Zollikon

Bei Wind und Wetter – be a Seeretter!

Zum Schauplatz des interkantonalen Seeretter-Grundausbildungstages wurde dieses Jahr das Seeretterlokal in Zollikon. Seeretter-Neulinge aus den Gemeinden rund um den Zürichsee versammelten sich, um bei spürbarem Wind und stürmischem See ihre Kenntnisse zu vertiefen.

Bei Wind und Wetter kamen vergangenen Samstag alle Seerettungsdienste rund um den Zürichsee im Bootshaus des Zolliker Seerettungsdienstes zusammen. Anlass dafür war der interkantonale Grundausbildungstag für Neulinge unter den Seerettern. Dieser wurde 2015 in einer Eigeninitiative der Seerettungsdienste der Umgebung ins Leben gerufen und findet seither alle zwei Jahre mit Erfolg statt. Insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Seerettungsdiensten von Küsnacht-Erlenbach, Meilen-Uetikon, Wädenswil, Pfäffikon (Schwyz), Horgen, Kilchberg-Rüschlikon, Schmerikon und natürlich aus Zollikon, das diesesJahr die Rolle des Gastgebers übernommen hat, fanden sich rund um das Seeretterlokal zum Grundausbildungstag ein. Ziel dieses Tages sei es, andere Seerettungsdienste näher kennenzulernen sowie den jungen Seerettern ein fundiertes Wissen zu vermitteln, erklärte der Zolliker Obmann Stefan Meier.

Intensiv aber lehrreich

So durchliefen die Teilnehmenden jeweils in kleinen Gruppen insgesamt acht unterschiedliche Posten, die von Experten, bestehend aus Obmännern der Seerettungsdienste, Bootsmännern, Mitarbeitenden von «Schutz und Rettung» und der ­Wasserschutzpolizei Zürich sowie erfahrenen Seerettern, betreut ­wurden. Diese schulten die Nachwuchs-Seeretter in Bereichen wie der Alarmierung, Leinen und ­Knoten, technische Hilfe, Schiffe-­Schleppen, gesetzliche Grundlagen, Schiffs- und Revierkenntnisse sowie Erste Hilfe. Welche dieser Disziplinen für eine Seeretterin am wichtigsten ist, darauf wollte sich Stefan Meier nicht festlegen: «Jeder dieser Bereiche ist unheimlich wichtig. Denn bei einem Einsatz kommt meistens eine Verknüpfung aller Posten zur Anwendung.»

Obwohl der interkantonale Grundausbildungstag nicht obligatorisch sei, legt der 44-Jährige diese Schulung allen jungen Seerettern ans Herz. «Die Teilnehmer können heute enorm viel profitieren. Sie bekommen hier an einem Tag geballtes Wissen übermittelt.»

Nicht nur Männerdomäne

Trotz windigem Wetter schlugen sich die Seeretter-Neulinge tapfer. Mit reichlich Neugier und Durchhaltevermögen meisterten sie vier Posten am Morgen und die zweite Hälfte am Nachmittag. Zur Stärkung verköstigte der Zolliker Seerettungsdienst die junge Bande mit einem heissen Chili con Carne. Besonders auffallend unter den vielen jungen Männern waren die beiden einzigen Frauen, Ellen Rickenbacher und Sarah Mächler vom Seerettungsdienst Pfäffikon (Schwyz). Sie liessen sich von der Männerüberzahl keineswegs aus dem Konzept bringen. «Solange eine Organisation offen gegenüber Frauen ist, finde ich es gut so, wie es ist», meinte Ellen Rickenbacher.

Auch Stefan Meier verneinte, dass Frauen in Seerettungsdiensten nicht gern gesehen seien. «Frauen können denselben Beitrag zu ­einem Einsatz leisten wie Männer.» Trotzdem bestehe der Seerettungsdienst Zollikon seit 102 Jahren nur aus Männern. Über Nachwuchs – ob männlich oder weiblich – würde sich die derzeitig 23-köpfige Organisation jederzeit freuen. Dabei sei grundsätzlich die Freude am Wasser die wichtigste Voraussetzung für ein Engagement bei den Seerettern. Nothelfer-, Rettungsschwimmer- sowie CPR-Kurse könnten auch noch zu Beginn der Seeretter-Karriere absolviert werden, erklärte Stefan Meier gelassen. (cdv)

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