15/2016 Die ARA Küsnacht-Erlenbach-Zumikon nimmt Gestalt an

Die ARA Küsnacht-Erlenbach-Zumikon nimmt Gestalt an

Am Mittwoch wurde beim Bau der unterirdischen Klärbecken in Küsnacht die letzte Etappe in Angriff genommen. In Zukunft werden Zumikons Abwässer in Küsnacht gereinigt und in den See geleitet.

Nein, am Bagger der Wyder AG klebt kein weisses Anfänger-L auf blauem Grund, weil der Küsnachter Tiefbauvorsteher Walter Matti mit ihm das letzte Hindernis, die hölzerne Scheune, niederreist. Er macht das nämlich wie ein Profi, zieht rückwärts – es knarrt, ächzt und knackt im Gebälk, und unter Getöse geht die dunkelbraune Wand zu Boden. Staub wirbelt auf – ein Naturschauspiel der brachialen Gewalt nimmt seinen Lauf. Nun können die neuen unterirdischen Klärbecken erstellt werden. Es sind deren drei, die auf dem Scheunenareal gebaut werden, in Ergänzung zu den bereits bestehenden Becken der Kläranlage. Am 6. April läutete der Abriss den Baubeginn ein. Im September 2017 erfolgt die Inbetriebsetzung, Bauende und Inbetriebnahme sind im Januar 2018 vorgesehen. Der Aushub beträgt 16 000 Kubikmeter, 580 Tonnen Stahl werden verarbeitet. Das sind beeindruckende Zahlen. Die Ableitung von Zumikon bis zum Kleinwasserkraftwerk in Küsnacht ist ebenso beeindruckend. Im offenen Grabenbau werden 1520 Meter Druckleitung verlegt, im Spülbohrverfahren sind es 1400 Meter – gesamthaft also rund drei Kilometer Druckleitung. Der Zusammenarbeit der neuen ARA Küsnacht-Erlenbach-Zumikon (KEZ) hatte der Souverän aller drei Gemeinden seinerzeit zugestimmt. Die Klärbecken sind unterirdisch, weil den Anwohnern die Geruchsemissionen nicht zugemutet werden können. Das sieht man, wenn man an den oberirdischen Becken vorbeigeht. Die vorgereinigte, dunkle, unappetitliche Brühe animiert nicht zum Bade. Ganz im Gegensatz zum sauberen Seewasser: Der See wird nur mit gereinigtem Wasser gespeist.

Energie aus Abwasser

Die neuen Becken sind notwendig, weil die Zumiker Abwässer nicht mehr in Zumikon gereinigt werden, sondern durch die rund drei Kilometer lange Druckleitung nach Küsnacht geführt werden. Dabei wird bereits in Zumikon Energie aus der Abwässerwärme gewonnen. Zudem hat der Kanton die Einleitungsbedingungen für das gereinigte Abwasser in den See verschärft. Nicht nur die Scheune muss den neuen Becken weichen – auch der Nassgasometer daneben wird abgebrochen. Über den neuen Becken wollen die Werke am Zürichsee ihre Fernwärmezentrale erstellen. Und man wird aus der Abwässerwärme Energie gewinnen. Energie, welche die Haushalte im Küsnachter Eigenheimquartier versorgt. Es ist schon erstaunlich, was alles aus den Abwässern von Toilette, Dusche, Bad, Spülbecken, Geschirrspül- und Waschmaschinen gewonnen werden kann.

Neue Nutzung alter Gebäude

Der Gemeinderat Zumikon informiert, dass die nicht mehr benötigten Gebäude der ARA Zumikon zurückgebaut werden, sobald der Anschluss des Zumiker Abwassers an die ARA KEZ vollzogen ist. Für die Vorreinigung würden das Rechengebäude, die Sandfanganlage und das Regen-/Pufferbecken bestehen bleiben. Auch das Schlammentwässerungsgebäude soll bestehen bleiben. Weil die Gebäude sich teilweise noch in gutem Zustand befinden und nicht unnötig abgerissen werden sollen, wurden in den letzten Monaten verschiedene Ideen für mögliche Nachnutzungen abgeklärt. Der Zumiker wird seine Leser auf dem Laufenden halten. (wn)

Bemerkung: Die fünfte Reinigungsstufe

Auch das Thema der fünfte Reinigungsstufe wurde behandelt. Sie müsse, gemäss Aussage der Fachleute, auf die Abwässer eingestellt werden, die vorhanden sind. Erst wenn alle Abwässer von Zumikon da seien, würde man die Mischverhältnisse kennen. Man habe Vorabklärungen getroffen, damit die fünfte Stufe nach den Bauarbeiten umgesetzt werden könne.

 

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