33/2018 Buchtipp «Nachsommer» von Johan Bargum

«Nachsommer» von Johan Bargum

Buchtipp von Françoise Zuberbühler, Bibliothekarin Zumikon

Johan Bargum erzählt in dem schmalen, aber höchst reichhaltigen Roman von zwei ungleichen Brüdern. Olof, der Ich-Erzähler, war immer im Schatten seines ­jüngeren Bruders Carl gestanden. Er bleibt in den südfinnischen ­Schären, während Carl, der Lieblingssohn der Mutter, mit seiner Familie nach San Francisco auswandert, um Karriere zu machen.

Erstmals nach vielen Jahren treffen sich die zwei Brüder am Sterbebett ihrer Mutter in ihrem Ferienhaus wieder.

Zwei verschiedene ­Leben prallen aufeinander, alte Wunden brechen auf, alte Rivalitäten und Träume und Fehler treten wieder hervor. Das klingt düster, ist es aber nicht. «Nachsommer» ist eine Geschichte voller Leichtigkeit, Melancholie, Witz und wundervollen atmosphärischen Beschreibungen. Sensibel und fein erzählt der Roman von verdrängten Sehnsüchten und Versäumnissen und der Erkenntnis von Olof, sein Leben noch ändern zu können. Ein sehr lesenswertes Buch, wie auch schon «Septembernovelle», ein vorheriger Roman von Johan Bargum.

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