30_31/2019 Buchtipp «Blind» von Christine Brand

«Blind» von Christine Brand

Buchtipp von Françoise Zuberbühler, Bibliothek Zumikon

Nathaniel ist seit seiner Kindheit blind und umso mehr ist sein Gehör geschärft. Eines Tages lässt er sich über eine anonyme App mit einer sehenden Person verbinden, welche ihm bei der Wahl eines Hemdes behilflich ist. Während dem Telefongespräch mit Carol, der anonymen Helferin, hört Nathaniel plötzlich einen lauten Schrei, einen fallenden Körper und dann bricht die Verbindung ab.

Nathaniel ist überzeugt, dass Carol etwas Schlimmes widerfahren ist und dass ein Verbrechen vorliegt. Er wendet sich an die Polizei. Aber niemand glaubt ihm, denn es gibt keine Beweise. Darum sucht sich Nathaniel Hilfe bei der TV-Journalistin Mila, welche ihn einmal interviewt hat. Milas Freund, welcher Leiter des Dezernats Leib und Leben bei der Kantonspolizei Bern ist, weigert sich, ihnen zu helfen, da er überzeugt ist, dass Nathaniel Hirngespinsten nachjagt. Trotzdem recherchieren Mila und Nathaniel hartnäckig weiter. Es ist aber nicht einfach, eine anonyme Frau zu finden.

Zwischen den Recherchen von Nathaniel erfährt man immer wieder, wie es Carol geht. Wir spüren ihre Angst, ihre Hilflosigkeit und werden von der Dunkelheit des Raumes, in welchem sie gefangen gehalten wird, umhüllt. Wir hören, wie sie mit ihrem ungeborenen Sohn spricht und ihm und sich Mut zuspricht. Und merken, wie Carol langsam die Kräfte schwinden, aber sie gibt nicht auf, sie kämpft für ihren Sohn. Man hält den Atem an und hofft sehr auf die Rettung von Carol.

Christine Brand ist eine Schweizer Autorin, welche bei der NZZ, dem Schweizer Fernsehen und als Gerichtsreporterin gearbeitet hat.

Anzeige
Vorheriger Artikel30_31/2019 Persönlich Olga und Mike Nauser
Nächster Artikel30_31/2019 Hitzetage nehmen zu, Eistage ab