32/2019 «Ein letzter Sommer in Méjean»

«Ein letzter Sommer in Méjean» von Cay Rademacher

Buchtipp von Yvonne Rüegg

Ein idyllisches Fischerdorf, Méjean an der Côte Bleue, ist die Kulisse dieses Sommerkrimis. Cay Rademacher lebt selbst in der Provence und beschreibt den Schauplatz sehr authentisch. Es ist der erste Krimi ausserhalb seiner bekannten Krimireihe.

Sommer 1984, die Dorfbewohner und Feriengäste erleben die ersten heissen Sommertage des Jahres. Sechs Freunde aus Deutschland reisen nach bestandenem Abitur an und verbringen eine tolle Zeit im Ferienhaus von Michaels Eltern. Eines Nachts geht Michael zum Schwimmen in eine Bucht und taucht nicht mehr auf. Am nächsten Morgen wird seine Leiche am Strand gefunden.

Bei den Ermittlungen der Polizei stellt sich schnell heraus, dass es kein Unfall war, Michael wurde erschlagen. Selbst nach endlosen Verhören findet die Polizei keinen Schuldigen. Die Clique reist nach Deutschland zurück und die Freunde gehen getrennte Wege.

Dreissig Jahre später erhalten sie alle einen anonymen Brief. In diesem Schreiben werden sie gezwungen, nach Südfrankreich zu reisen, genau an den Ort, wo einer von ihnen Michael umgebracht hat. Der Briefschreiber behauptet, dass der Mörder von Michael nun entlarvt werden könne. Da die Polizei ebenfalls einen anonymen Brief erhalten hat, reist Kommissar Renand in das kleine Fischerdorf. Für die Einwohner und alle Angereisten herrscht ein Gefühl von Unsicherheit. Kommissar Renand findet bald heraus, dass während der Verhöre und Ermittlungen vor 30 Jahren vieles nicht gesagt und vieles nicht beachtet worden ist. Er ist ein einfühlsamer Ermittler und tastet sich in den Gesprächen langsam an die Wahrheit heran.

Cay Rademacher lässt sich Zeit, erzählt langsam und detailliert. In den kurzen Kapiteln steht immer wieder eine andere Person im Mittelpunkt. Ein leicht lesbarer und fesselnder Krimi.

Anzeige
Vorheriger Artikel30_31/2019 Interview Werner Widmer
Nächster Artikel32/2019 Schule Zumikon lanciert Pilotprojekt «Elternkonto»