Im Corona-Vergleich stehen wir gut da

Zu den zwölf Corona-Fällen in der Stiftung Diakoniewerk Neumünster sind gestern fünf weitere hinzugekommen. Trotzdem sind die Fallzahlen in  Zollikon und Zumikon gegenüber anderen Gemeinden relativ gering. Die Nachfrage in Alters- und Pflegeheimen bestätigt das.

Diakoniewerk Neumünster

Seit ­einigen Wochen steigt die Anzahl von Corona-Neuinfektionen in der Schweiz wieder an. Zu Beginn dieser Periode hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) pro Tag noch rund 100 neue Fälle gemeldet, inzwischen liegt der 7-Tage-Durchschnitt bei über 150 Neuinfektionen. Auch wenn statistisch gesehen die Romandie und das Tessin stärker betroffen sind als die Deutschschweiz, kommt es auch in unserer Region immer wieder zu Neuan­steckungen. Am 1. August wurde bekannt, dass zwölf Mitarbeitende der Stiftung Diakoniewerk Neumünster im Zollikerberg positiv getestet wurden, gestern kamen fünf weitere Fälle hinzu.

Dennoch sind die Fallzahlen in Zollikon und Zumikon verhältnismässig tief. In einer Zusammenarbeit mit dem BAG hat die NZZ die Zahl schweizweiter Corona-Fälle auf ­Gemeindeebene analysiert. Auch wenn die am Montag publizierte Statistik, heruntergebrochen auf einzelne Gemeinden, reichlich unscharf ist, so sagen die Zahlen doch etwas über das Verhältnis zwischen den Gemeinden aus. Untersucht wurde die Anzahl Corona-Ansteckungen pro 1000 Einwohner seit Ende Februar. Der Wert der niedrigsten von sechs Kategorien liegt bei 0–1,4 Ansteckungen, ­jener der höchsten bei 33,6–66. In die letzte Kategorie fallen eine Handvoll Gemeinden in der Romandie und den südlichen Bergregionen. Die Gemeinden im Kanton Zürich verteilen sich auf die untersten zwei Kategorien, Zollikon wie Zumikon liegen in der zweituntersten (1,4–3,5 Fälle pro 1000 Einwohner). Hochgerechnet auf die effektive Bevölkerung bedeutet das: Zollikon registrierte seit Ende Februar rund 17–41 Corona-Ansteckungen, Zumikon rund 7–16.

Zwei Corona-Todesfälle

Mit anderen Worten: Gemäss dieser Statistik sind Zollikon und Zumikon einigermassen gut durch die Pandemie gekommen. Diesen Eindruck bestätigt auch unsere Nachfrage bei Spitälern, Alters- und Pflegeheimen in den Gemeinden. Im Spital Zollikerberg sind zwei an Corona erkrankte Patienten verstorben. Es habe sich um hochbetagte Personen gehandelt, die beide eine invasive Therapie abgelehnt hätten, sagt die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation Anke Schramm. Seit Ausbruch der Pandemie seien rund zehn Corona-Patienten hospitalisiert worden. Inzwischen habe man am Spital Zollikerberg schon weit über 500 ambulante Tests durchgeführt, die allermeisten seien negativ ausgefallen. Bis das Testergebnis vorliegt, werden nicht zu hospitalisierende Personen in Quarantäne geschickt. Sollte dieses positiv sein, muss man eine 10-tägige Quarantäne einhalten und hiervon in den letzten 48 Stunden symptomfrei sein. Das Wohn- und Pflegezentrum (WPZ) Blumenrain in Zollikon hatte noch keinen einzigen Fall. «Das hat einerseits sicher mit unseren hohen Schutzmassnahmen zu tun», sagt Heimleiter Nebojsa Racic, «andererseits auch mit Glück.» Weil das Personal abends nach Hause gehe und morgens wiederkomme, bestehe immer ein Risiko, dass das Virus von draussen ins Heim gelange – wie letzte Woche eben im Zollikerberg. Das sei im WPZ seit Ausbruch der Pandemie aber glücklicherweise nicht passiert, sagt Nebojsa Racic.

Eine ebenso positive Bilanz zieht die Residenz Zumipark in Zumikon: Kein Corona-Fall, informiert Sandra May, Leiterin Pflege und Betreuung. Die Residenz Küsnacht (Alterszentren Bethesda), die auch ältere Menschen aus Zollikon und Zumikon aufnimmt und pflegt, ist ebenfalls verschont geblieben. Hier herrschen die üblichen hohen ­Sicherheitsvorkehrungen, doch ist auch für Sascha Gisin ein Quentchen Glück dabei. «Holz anfassen, dass es so bleibt», sagt der Zentrumsleiter. Ausserdem hofft er auf ein Ende der Pandemie, die Schutzmassnahmen seien für Bewohner, Angehörige und auch für Mitarbeitende eine Belastung.

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