In Gedenken an die finnischen Piloten

100 Jahre nach den Abstürzen finnischer Militärflugzeuge in der Schweiz hätte am Montag in Zollikon eine Erinnerungsfeier stattfinden sollen.

Im Jahr 1990 gedachte man anlässlich des 70. Jahrestages der finnischen Soldaten.
Im Jahr 1990 gedachte man anlässlich des 70. Jahrestages der finnischen Soldaten. (Bild: Archiv)

Am vergangenen Montag, dem 7. September 2020, hat sich der Tag des Absturzes der finnischen Luftwaffenflieger zum hundertsten Mal gejährt. Wie bereits in den vergangenen Jahren hätte dann, um dieser Tragödie und der dabei verunglückten Piloten der beiden Maschinen zu gedenken, in Zollikon eine Feier mit Kranzniederlegung stattgefunden. Weil die aktuelle Covid-19-Lage eine Ausreise der finnischen Luftwaffendelegation in die Schweiz verunmöglicht, konnte die geplante Feier leider nicht durchgeführt werden.

Was vor 100 Jahren geschah

Am 7. September 1920 stürzten auf Überführungsflügen von Italien nach Finnland zwei «Savioa S.9»-Flugboote über der Schweiz ab, die für den Aufbau der jungen finnischen Luftwache gedacht und von privater Seite gestiftet waren. Eines am Tödi, das andere über dem ­Zürichsee, wenige hundert Meter vom Zolliker Seeufer entfernt. In Finnland wird das grösste Unglück in der Geschichte der Militäraviatik Suomis alljährlich als Tag der Erinnerung an die Toten der finnischen Luftwaffe in Krieg und Frieden begangen.

Zum Drama kam es am frühen Morgen des 7. September 1920. Die Finnen starteten um 6 Uhr vom Sesto Calende aus zu ihrem langen Überführungsflug zurück in die Heimat und überquerten in enger Formation die Schweizer Grenze. Um 7.45 Uhr prallte die eine Maschine in die Südflanke des Tödimassivs, und um 9.35 Uhr stürzte die zweite Maschine vor Zollikon in den ­Zürichsee, beobachtet von einer Vielzahl von Zeugen. Drei finnische Militärpiloten und ein italienischer Bordmechaniker kamen dabei ums Leben. Wie die Untersuchung der Trümmerteile später ergab, waren plötzlich auftretende Propellerschäden an beiden Maschinen Grund für die Absturzursache. Weil die Propellerbrüche in beiden Fällen an identischen Stellen festgestellt wurden, schloss der luftamtliche Untersuchungsbericht Sabotage nicht aus, was jedoch nie abschliessend belegt werden konnte.

Erste Gedenkfeier 1959

1959 errichtete die Schweizerische Vereinigung der Freunde Finnlands auf Initiative ihres Zentralpräsidenten mit Unterstützung des Aero-Clubs der Schweiz, der «Avia» Gesellschaft der schweizerischen Fliegeroffiziere und der Gemeinde Zollikon in der Zolliker Seeanlage bei der Schifflände eine Fliegergedenkstätte. Dort wurden seither regelmässig schlichte Gedenkfeiern in Anwesenheit von Delegationen der finnischen Luftstreitkräfte und der Schweizer Fliegertruppen durchgeführt. Ob die diesjährige Erinnerungsfeier, die aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation nur mit geladenen Gästen stattgefunden hätte, im nächsten Jahr durchgeführt wird, ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht klar.

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