Ein Hoch auf unser Bildungssystem

Eingangstüre Schule Buechholz
Ein Drittel aller Zolliker und Zumiker Sekundarschüler schaffen es auf das Kurzeitgymnasium. (Bild: ab)

Die Gymi-Vorbereitungen in den Schulen haben begonnen. Das ist für Kinder und Eltern oft eine stressige Zeit. Zwar ist der Anteil bildungsnaher Eltern in Zollikon und Zumikon ungleich höher als in anderen Gemeinden, doch in der Schweiz ist der gymnasiale Weg nicht der einzige, um die Matura zu erlangen.

Die gute Nachricht für viele angespannte Eltern: In diesem Schuljahr haben 40 Prozent der Zolliker und Zumiker Primarschüler die Prüfung für das Langzeitgymnasium geschafft. In den letzten zehn Jahren schwankte die Zahl jeweils zwischen 27 und 49 Prozent. Auf das Kurzzeitgymnasium schafften es noch zirka ein Drittel der Kinder. Die Zahl ist um einiges höher als in anderen Gemeinden, was mit unserem Sozialindex zu tun hat. Hier leben neben den Schweizer Bürgern auch viele akademisch gebildete Ausländer. Viele wissen gar nicht, dass auch über die Sekundarschule und eine Lehre der Weg an die Uni möglich ist. In vielen Ländern gibt es nämlich nur den gymnasialen Weg an Universitäten. In Deutschland macht mehr als jeder Zweite Abitur, in Frankreich sind es 66 Prozent, in Italien gar 70 Prozent. Für Akademiker ist es selbstverständlich, dass ihre Kinder das Reifezeugnis ablegen.

Viele Wege führen ans Ziel

Es passt nicht für jedes Kind, sich durch ein Schweizer Gymi zu kämpfen. Die Zolliker Schulpräsidentin Corinne Hoss beobachtet immer wieder, «dass viele Eltern grossen Druck auf ihre Kinder ausüben, um aufs Gymi zu kommen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Durchlässigkeit unseres Schulsystems nicht bekannt ist.» Es ist einmalig – und hat man sich durch den Dschungel der ­Bildungswege gekämpft, bietet es ganz unterschiedliche Wege ins Arbeitsleben. Nach der Sekundarschule kann eine Berufslehre ­zusammen mit der Berufsmatura absolviert werden. Mit dieser stehen alle Fachhochschulen offen. Wer an die Uni oder ETH will, kann das über eine Passerelle machen.

So ist es wohl nur in der Schweiz möglich, nach der Sekundarschule zum Beispiel eine Lehre als Laborant zu absolvieren und mit 30 Jahren Arzt zu sein. Oder nach einer kaufmännischen Lehre über die Berufsmittelschule und einem Jahr Passerelle an der Uni Jura zu studieren. Dabei verliert man etwas Zeit, gewinnt aber Berufserfahrung von unschätzbarem Wert.


Maturität: 56 Prozent im Bezirk Meilen

Die Maturitätsqoute in der Schweiz beträgt insgesamt 40,4 Prozent, wobei die gymnasiale Maturität 21,6 Prozent, die Berufsmaturität 15,7 Prozent und Fachmaturitäten 3,1 Prozent ausmachen. In der italienischen Schweiz legen 55 Prozent der ­Jugendlichen bis 25 Jahre eine Matura ab, in den französischsprachigen Kantonen knapp 48 Prozent. Im Kanton Zürich beträgt die Maturitätsquote 38 Prozent und im Bezirk Meilen knapp 56 Prozent. Hier erreichen etwas mehr als 35 Prozent eine gymnasiale Matura, knapp 18 Prozent eine Fachmatura und etwas mehr als drei Prozent eine Fachmaturität. Grund für diese überdurchschnittlich hohe Quote dürften auch die hier lebenden Akademiker sein, die die Ausbildung der Kinder fördern und auch Nachhilfekurse ermöglichen. Die kantonalen Quoten liegen zwischen 27 und 56 Prozent. Die Unterschiede ergeben sich auch durch die unterschiedlichen Aufnahmebedingungen. In einigen Kantonen muss eine Prüfung bestanden werden, in anderen eben nicht.

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