Licht als Hoffnungsschimmer

Drei Räbeliechtli
Die Räbeliechtli-Umzüge sind fester Bestandteil des Gemeindelebens. (Bild: Archiv)

Die offiziellen Räbeliechtli-­Umzüge sind abgesagt. Doch die Räben sollen in Zumikon und Zollikon trotzdem leuchten.

Schon länger steht fest, dass es dieses Jahr weder in Zollikon noch in Zumikon einen Räbeliechtli-Umzug geben wird. Und doch sollen in beiden Gemeinden am 7. November erhellende Lichter zu sehen sein. «Wir wollten diese Tradition nicht einfach so ausfallen lassen», erläutert Daniela Wolf. Die Präsidentin des Zolliker Familienclubs hatte von der Idee gehört, dass möglichst viele Gemeinden dazu aufrufen, an diesem Samstag von 18 bis 19.30 Uhr mit der selbstgeschnitzten Räbe im eigenen Quartier unterwegs zu sein oder sie auf dem Fenstersims aufzustellen. «Für uns ist das auch ein Zeichen der Solidarität», unterstreicht Daniela Wolf. Die vielen kleinen Lichter sollen zeigen, dass man miteinander verbunden ist.

In den vergangenen Jahren hatte der Umzug stets beim Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain geendet, wo die Kinder für die Senioren und Seniorinnen gesungen haben. Parallel gab es die Umzüge der Schulen im Dorf und im Berg. Diese sind nun ersatzlos abgesagt. «Aber über die Schulen wird unser Flyer verteilt, sodass möglichst viele Kinder von der Idee erfahren.» Dabei sind nicht nur Kinder gefragt, Räben zu schnitzen und diese mit Kerzen zum Leuchten zu bringen. «Wir würden uns freuen, wenn ­Familien gemeinsam in ihrem Quartier unterwegs sind», so Daniela Wolf weiter. Gleichzeitig appelliert sie aber daran, dass sich nicht grössere Gruppen bilden sollen.

Genau so wird es auch in Zumikon gehandhabt, wo die Jugendarbeit des Freizeitzentrums für den Umzug verantwortlich ist. Auch hier endete der Zug immer mit einer grossen Versammlung am Panoramaweg, wo ein Feuer entzündet und gesungen wurde. Dazu gab es heissen Tee. Den sollen die Bürger – gross oder klein – nun einfach selber kochen und auf dem Balkon, im Garten oder auf der Strasse geniessen. Waren bislang die Eltern der Kindergartenkinder eingeladen, im Chindsgi mit Sohn oder Tochter eine Räbe zu schnitzen, erhalten die Mädchen und Jungen in diesem Jahr zwar noch die Räbe – geschnitzt wird aber zu Hause. Eltern, die etwas aus der Übung sind, finden auf der Homepage des Familienclubs Zollikon eine Anleitung. Auch für die älteren Kinder übernimmt das Freizeitzentrum wie gewohnt die Anschaffung der Räbe. In Zollikon ist dafür ­Daniela Wolf unterwegs. Sie hat die heimischen Geschäfte angesprochen, damit auch ausreichend Räben zum Verkauf stehen. Bereits steht aber auch schon fest, dass es in Zumikon in diesem Jahr kein «Kerzenzieh-Haus» geben wird. Der Aufwand, das Schutzkonzept in dem umgebauten Velo-Schuppen umzusetzen, ist einfach zu gross. Schweren Herzens musste Dennis Padel, Leiter des Freizeitzentrums, diese Absage vornehmen.

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