Maske tragen als Schulprojekt?

In der Schweiz gilt Maskenpflicht. Allerdings nicht für Kinder unter 12 Jahren, sondern laut Vorgaben der kantonalen Bildungsdirektion erst ab der Sekundarstufe. Die Zolliker Primarschule Oescher ging ihren eigenen Weg. Um auf das Mitmachen der Kinder zählen zu können, verkaufte sie ihr Projekt unter dem Titel «Maske tragen ab der 4. Klasse». Nun hat die Schulpflege das Projekt gestoppt.

Maskenpflicht gilt erst ab der Sekundarstufe. (Bild: cef)

«Zuerst sagte uns die Lehrerin, einige von uns seien ja bereits 12 Jahre alt. Um uns und andere zu schützen, könnten wir doch einfach mal ausprobieren, eine Maske zu tragen. Die meisten aus der Klasse waren dafür, als wir darüber abstimmten. Wir trugen dann die Maske im Schulgebäude und vor dem Unterricht. Eine Woche später sagten die Lehrer, wir könnten nun probieren, die Maske auch während des Unterrichts zu tragen. Das fanden wir auch gut, und seitdem tragen wir während der gesamten Schulzeit eine Maske. Jetzt ist es aber Pflicht. Wer keine trägt, wird aufgefordert, sie aufzusetzen.»

So begann bereits im September laut einigen Sechstklässlern das Projekt «Maske tragen» in der Schule Oescher in allen drei Klassen. Anfangs dieser Woche wurde es auf die vierten und fünften Klassen ausgeweitet. Den Eltern der Viert- und Fünftklässler wurde in einem Brief mitgeteilt, mit dem Projekt solle die Sicherheit der Lehrpersonen, der Schüler und Schülerinnen sowie der Eltern erhöht werden. Die Lehrpersonen hätten mit den ­Schülern dieses Vorgehen vereinbart, Ausnahme seien die Fächer Schwimmen und Sport. Die Eltern aller Mittelstufenkinder wurden aufgefordert, das Projekt zu unterstützen und innerhalb der Familie zu besprechen.

Welches Lernziel man mit dem Projekt erreichen wollte und ob es ­einen medizinischen Grund für das Maskentragen in der Primarschule Oescher gebe, wollte Schulleiter Georges Behna nicht beantworten. In der Primarschule Rüterwis im Zollikerberg tragen Sechstklässler eine Maske einzig bei klassenübergreifenden Aktionen wie Gymivorbereitung, Tastaturschreiben oder Laborunterricht, erklärt uns Schulleiterin Franziska Langegger. Philipp Apafi, Leiter der Schule Zumikon, ist erstaunt über das Vorgehen der Schule Oescher: «Wir orientieren uns an den Vorgaben der ­Bildungsdirektion und finden es unnötig, so einschneidende Massnahmen wie das Maskentragen im Unterricht freiwillig einzuführen.»

Nachdem die Zolliker Schulpflege davon erfahren hatte, kam sie in der Beurteilung der Situation zu einem anderen Entscheid als die Schule Oescher und stoppte das Projekt. Schulpräsidentin Corinne Hoss bringt es auf den Punkt: «Wir sind nicht das BAG und halten uns an die Vorgaben und Regeln der kantonalen Bildungsdirektion».

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