Körper, Geist und Seele im Einklang

Die Übersetzerin Pascale Chanson hat sich nach über 25 Jahren neu orientiert und arbeitet seit 14 Jahren als TCM-Therapeutin. Vor rund drei Monaten hat sie ihre Praxis für ganzheitliche Medizin in Zollikon bezogen.

Pascale Chanson hat Freude an Spiritualität. (Bild: cef)

Der Eingang ist nicht leicht zu finden. Noch deutet kein Leuchtschild, kein Plakat darauf hin, dass hier an der Forchstrasse, etwas oberhalb der Tramstation Rehalp, Therapien für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) angeboten werden. Doch wer dies weiss, findet die richtige Klingel. Pascale Chanson öffnet die unscheinbare Haustür, ruft «herzlich willkommen!» und bittet einen nicht etwa die Treppe hoch, sondern in den Keller. «Das verwirrt den einen oder die andere», lacht sie und geht die Stufen in die Dunkelheit voran. Im Untergeschoss geht es durch ­einen kurzen Flur, bevor man in einen warmen, beleuchteten ­Vorraum tritt. Es riecht nach ätherischen Ölen. «Die Garderobe ist dort in der Ecke. Aber jetzt zum eigentlichen Highlight.» Durch eine weitere Tür führt Pascal Chanson in einen lichtdurchfluteten Raum mit breiter Fensterfront, in dessen Mitte eine Massageliege mit säuberlich zusammengelegten Handtüchern steht. Ein grosser Gong fällt auf. Auf dem Boden stehen Klangschalen unterschiedlicher Grösse. «Ich habe mich sofort in diesen Raum verliebt.»

Dem Leben neuen Sinn geben

Als selbständige TCM-Therapeutin tätig ist Pascale Chanson bereits seit 2006, ihre Praxis an der Rehalp betreibt sie seit drei Monaten. Vor ihrer TCM-Ausbildung war die Zollikerin mit Wurzeln in Frankreich und Mauritius 25 Jahre als Übersetzerin für Französisch-Deutsch tätig. Keine schlechte Arbeit, wie sie sagt. Doch der Austausch mit den Menschen fehlte. «Ich war Mitte 40 an einem Punkt, an dem ich merkte, dass mir die Arbeit am Computer nicht mehr zusagt. Das entwickelte sich zu einer echten Sinnkrise.» Sie beginnt sich für Spiritualität zu interessieren. «Am Anfang war das vor allem Autotherapie.» Sie meditiert, liest unzählige Bücher über Spiritualität und stösst auf einen Artikel über Qi Gong. «Die ganzheitliche Betrachtung von Körper, Geist und Seele hat mich unmittelbar angesprochen.» Als hätte es der Zufall gewollt, meldet sich kurz darauf eine Freundin mit der Idee, für zwei Wochen nach China zu reisen. Pascale Chanson überlegt nicht lange.

So beginnt ihr neuer Lebensweg, das Vertiefen in die Traditionelle Chinesische Medizin. Ihre Kenntnisse ­erweitert sie über die Jahre durch regelmässige Aus- und Weiterbildungen. Heute bietet die diplomierte Akupunkteurin, Herbalistin, Qi-Gong-Therapeutin und -lehrerin – wie sie sich inzwischen nennen darf – unterschiedlichste Therapien an. Seit über zehn Jahren leitet sie auch die Qi-Gong-Kurse im Quartiertreff Zollikerberg. «Vom Moment, an dem ich mich meiner Intuition hingegeben habe, haben sich Ereignisse aneinandergereiht, die mich dahin führten, wo ich jetzt bin. Dafür kann ich nur dankbar sein.»

Freude an der Spiritualität

Ihr Repertoire hat sie über die Jahre durch therapeutische Bereiche wie Klangtherapien, Spagyrik und den Biofeldtest erweitert. Dieser, vom Physiker Paul Schweitzer entwickelte biophysikalische Test, ein Dia­gnoseverfahren, das ermöglichen soll, chronische Krankheiten im Sinne einer ganzheitlichen Medizin zu beurteilen. Ein Tropfen Blut genüge, um verborgene Krankheitsursachen aufdecken zu können. «Jede Zelle unseres Körpers – somit auch ein einzelner Bluttropfen – besitzt ein eigenes Biofeld, das nicht nur Teil des Körperfelds ist, sondern die gesamte Körperinformation des Patienten, also auch seinen Gesundheitszustand repräsentiert.»

Die Schulmedizin lehne die Existenz feinstofflicher Körper zwar ab und stufe den Biofeldtest als «nicht notwendig» ein. «Man könnte sagen, dass der Test ein Verfahren ist, das weiterhilft, wenn die Schulmedizin keine Ursachen für Krankheiten und Beschwerden findet.» Aus Freude an der Spiritualität hat ­Pascale Chansons zweiter Lebensweg sie an den Ort gebracht, wo sie jetzt ist. «Heute darf ich machen, was ich wirklich möchte.» Körper, Geist und Seele seien im Einklang. Der Austausch mit den Menschen, der ihr so wichtig ist, fliesse. Und den richtigen Ort dafür hat sie nun auch.

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