Spannende Schulprojekte

Viel besser vorbereitet als letzten Frühling

Die Zolliker Schulpräsidentin Corinne Hoss-Blatter spricht über die verschärften Schutzmassnahmen sowie laufende Projekte.

Die Bildungsdirek­tion hat ab dieser Woche eine ­Maskenpflicht ab der 4. Klasse ange­ordnet. Schulpräsidentin Corinne Hoss-Blatter hofft, dass diese Massnahmen genügen, um eine Schulschliessung zu verhindern – auch wenn man technisch gut darauf ­vorbereitet sei.

Seit Montag gilt Maskenpflicht ab der 4. Klasse, der Schwimmunterricht wird vorübergehend ausgesetzt. Was halten Sie von diesen Massnahmen des Kantons?

Es ist davon auszugehen, dass das Tragen einer Maske neben Hygienemassnahmen und Abstandhalten geeignet ist, die Infektionskette durch das Coronavirus zu durchbrechen. Der Kanton hat die Massnahme angeordnet und wir als Schulbehörde setzen sie um. Wichtig ist mir zu betonen, dass Fachärzte auch bei Kindern keine ­Gesundheitsgefährdung durch das Maskentragen beobachten. Auch ein von manchen Eltern befürchteter CO2-Stau kann unter den durchlässigen Vliesen nicht passieren. Natürlich kann die Maske für die Kinder und Jugendlichen lästig sein, aber das ist sie ja für uns auch.

Wie gut wären Sie vorbereitet, würde es zu erneuten Schulschliessungen kommen?

Wir sind natürlich viel besser vorbereitet als im letzten Frühling. Wir hatten Zeit, die Abläufe zu definieren, und alle – Lehrpersonen und Kinder – haben enorme Fortschritte gemacht im Umgang und der Anwendung von digitalen Medien. Auch im Hinblick auf eine allfällig erneute Schulschliessung wurden diverse Themen der Digitalisierung und des Fernunterrichts in den letzten Monaten an den Schulen forciert. Ich hoffe aber sehr, dass die ergriffenen Schutzmassnahmen nun genügen. Eine Schulschliessung muss ultima ratio sein – ich hoffe, das sieht die Bildungsdirektion auch so.

Die coronabedingten Einschränkungen stellen für viele eine psychische Belastung dar. Wie sieht es diesbezüglich bei Schülerinnen und Schülern und dem Lehrpersonal aus?

Dazu kann ich nur generelle Aussagen machen, also Beobachtungen aus der Distanz. Ich bin nicht so nah an der Schule dran wie unsere Schulsozialarbeitenden. Es gibt einzelne Kinder und Jugendliche, die grösseren Druck aushalten müssen und die unter der Situation leiden. Vor allem Jugendlichen machen die Einschränkungen zu schaffen. Sie erleben Unsicherheiten in Bezug auf ihre nahe Zukunft, sei es Berufswahl oder Lehrstellensuche. Im Grossen und Ganzen ist aber die Stimmung an den Schulen nach wie vor gut. Die Distanz macht in meinen Augen allen zu schaffen ebenso wie der Teamgeist, der den Lehrerinnen und Lehrern fehlt: Es gibt keine physischen Sitzungen mehr, alles läuft digital, das Lehrper­sonenzimmer darf kaum mehr benützt werden – alles Zwischenmenschliche eben. Das macht uns alle etwas dünnhäutiger.

Lassen wir Corona beiseite. Welche Projekte laufen sonst noch an der Schule?

Die IT ist auch ohne Corona ein Thema. Nachdem wir vor vier Jahren – aus heutiger Sicht zum Glück – viel in ein IT-Konzept, angepasst an den Lehrplan 21, und in die Anschaffung moderner Geräte investiert haben, kommen wir nun in die zweite Phase. Das Konzept wurde von einer Gruppe aus Lehrpersonen und IT-Fachleuten überarbeitet, und wir müssen bereits die Submission wieder anstossen, damit im Sommer 2022 die neue ­Generation der Geräte eingesetzt werden kann.

Weiter ist das sonderpädagogische Konzept zu erwähnen. Dieses setzt den schulübergreifenden Rahmen für die Bildung und Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen. Das Konzept müssen wir, auch auf Empfehlung der externen Schulevaluation, erneuern. Es regelt Abläufe, Angebote und Ressourceneinsatz. Im Moment befinden wir uns damit in der Erprobungsphase. Die Schulpflege wird es den gewonnenen Erkenntnissen entsprechend anpassen und auf das Schuljahr 21/22 in Kraft setzen.

Im Schulhaus Buchholz sind wir nach wie vor an der Ausführung von Massnahmen zur Erdbebensicherheit. Nachdem bereits 2019 die Verstärkungen im Inneren realisiert wurden, werden dieses Jahr die Verstrebungen aussen erstellt, danach ist das Gebäude bezüglich Erdbebensicherheit auf dem neusten Stand. Da die Schülerzahlen auch auf der Sekundarstufe zunehmen, müssen wir auf dem Buechholzareal an eine Erweiterung denken. Machbarkeitsstudien existieren bereits. Auch die Container auf dem Dach sind in die Jahre gekommen, und es braucht eine neue Lösung. Wir werden deshalb dieses Jahr mit der Vorbereitung eines Projektwettbewerbs zur Erweiterung starten.

Und wie kommt der Neubau des Betreuungshauses Rüterwis im Zollikerberg voran?

Darauf wollte ich auch grad zu sprechen kommen. Sie wissen, dass der Architekturwettbewerb durchgeführt wurde und wir zur Ausarbeitung des Bauprojekts mit Kostenvoranschlag für den Neubau von der Gemeindeversammlung im letzten Sommer einen Projektierungskredit von 0,6 Millionen bewilligt bekommen haben. Diese Ausarbeitung läuft zurzeit. Die ­Urnenabstimmung über den Ausführungskredit ist für kommenden Juni geplant, der Baubeginn voraussichtlich 2022.

Wie steht es um die neue Stelle ­«Leiter Bildung», die an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Sommer angenommen wurde?

Die Stelle wurde ausgeschrieben und wir haben viele spannende Bewerbungen bekommen. Eine Findungskommission führt momentan Bewerbungsgespräche durch. Wir sind zuversichtlich, dass wir nach den Sportferien einen Namen kommunizieren und die Stelle wie geplant spätestens auf den 1. August, also auf das neue Schuljahr, besetzen können.


Disziplinierte Kinder

Der Zumiker Primarschulleiter Philipp Apafi hat auf Anordnung des Kantons die verschärften Massnahmen umgesetzt.

Auch in Zumikon gelten seit Montag an den Schulen die neuen Regeln. «Es ist meine Aufgabe, die Vorgaben des Kantons umzusetzen», sagt Philipp Apafi, Schulleiter der Primarschule Juch. «Mein Standpunkt war immer, dass wir so gravierende Einschränkungen im Unterricht nicht freiwillig, sondern erst auf Anordnung des Kantons umsetzen werden.» Im Unterricht schränken Masken die Kommunikation ein, davon ist er überzeugt. «Ein Besuch im Klassenzimmer hat mir bestätigt: Die Begeisterung über das Maskentragen hält sich in Grenzen.» Gleichzeitig sei er positiv überrascht, wie gut sich die Kinder an die Massnahmen halten und auch auf dem Pausenplatz konsequent Masken tragen.

Dass die Situation auf die allgemeine Stimmung drückt, kann Philipp Apafi bisher nicht feststellen. «Wir alle sind froh, dass wir noch in der Schule arbeiten können. Das fühlt sich viel besser an als Fernunterricht.» Nach seiner Einschätzung empfinden das nicht nur die Lehrpersonen so, sondern auch die ­Kinder. Trotzdem schliesst er angesichts der Lage nicht aus, dass irgendwann wieder via Bildschirm unterrichtet werden muss. Was die Digitalisierung an seiner Schule angeht, sei durch Corona eine enorme Dynamik entstanden. «Wir sind kurz vor der Umstellung auf das iPad», sagt der Schulleiter. Schon im Sommer würden die ersten Klassen damit ausgerüstet.

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