ZVV-Mehrkosten für Gemeinden

Der Kanton und die Gemeinden haben sich jeweils an der Rechnung des kantonalen ÖV-Anbieters zu beteiligen. Wegen der Coronamassnahmen fallen die Beiträge dieses Jahr einiges höher aus.

Wie alle Zürcher Gemeinden muss sich auch Zollikon am Defizit der ZVV beteiligen. (Bild: chi)

Im vergangenen Jahr benutzten weniger Personen den öffentlichen Verkehr als üblich. Viele arbeiteten von zu Haus aus, und auch die geschlossenen Läden und Restaurants hatten weniger Fahrgäste in Zügen, Trams und Bussen zur Folge. Das schlägt in der vorläufigen Abrechnung der Zürcher Verkehrsbetriebe (ZVV) zu Buche. Zwar hatte man mit einem Defizit gerechnet, doch fällt dieses um 60 Millionen höher aus als budgetiert. Für die Hälfte der insgesamt 408 Millionen kommt der Kanton auf, die andere Hälfte wird gemäss einem Schlüssel auf die Gemeinden verteilt. Mit 1,535 Millionen Franken hat Zollikon 299’000 Franken mehr zu berappen als im Vorjahr. In Zumikon fallen die Beitragszahlungen mit 551’000 Franken um 114’000 Franken höher aus.

Kaum Auswirkungen auf ­Steuerrechnung

Wie nimmt man diese Mehrzahlungen in den Gemeinden hin? «Bei den ZVV-Beiträgen handelt es sich um gesetzlich gebundene Kosten», sagt der Zumiker Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. «Hier gibt es für uns keinen Spielraum, wir müssen auch diese Mehrkosten tragen.» Er vergleicht den Mehraufwand mit unvorhergesehenen Kosten, die zum Beispiel durch einen unerwarteten Wasserrohrbruch entstehen; oder aber auch mit all den anderen Mehrkosten und Mindereinnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie. Dass sich die Mehrkosten von 114’000 Franken, die Zumikon den ZVV bezahlen muss, in den nächsten Steuerrechnungen an die Zumiker Bevölkerung niederschlägt, hält er für unwahrscheinlich: «Dafür müsste der Betrag um ein Vielfaches höher sein.»

Ähnlich klingt es in Zollikon. «Weil sich das Defizit der ZVV schon länger abzeichnete, haben wir für diese Zahlung bereits letztes Jahr 190’000 Franken zurückgestellt», sagt Gemeindeschreiber Markus Gossweiler. Der Mehraufwand bestehe also nur noch in der Differenz zum Rechnungsbetrag von 299’000 Franken und liege demnach bei 109’000 Franken. Diese Kosten seien für eine wohlhabende Gemeinde wie Zollikon so gering, dass sie schon fast als «Budget-Unschärfe» durchgehen könne. «Die Zahlung wird uns jedenfalls nicht aus den Schienen ­werfen», fasst Markus Gossweiler zusammen.

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