Früh aufstehen für die Frösche

Erstmals schützt ein Zaun an der Ebmatinger Strasse Amphibien. Ein besonderer Dank geht an den Werkhof Zumikon.

Petra Lohmann inspiziert regelmässig die Eimer und auch die Teiche in der Umgebung. (Bild: bms)

Fast könnte man meinen, der kleine grüne Zaun am Rande des Golfplatzes soll verhindern, dass Golfbälle auf die Ebmatinger Strasse rollen. Doch der Zaun soll keine Bälle aufhalten, sondern Frösche und Kröten retten. Erstmals wurde in diesem Jahr ein Amphibienschutz zwischen Zumikon und Ebmatingen errichtet. Zu verdanken ist dies auch der Tierärztin ­Petra Lohmann, die sich im Natur- und Vogelschutz stark engagiert. Immer wieder hatten ihr Fussgänger und auch Autofahrer von den vielen überfahrenen Tieren berichtet. ­Federführend setzten sich dabei ­Sibylle Oederlin und Margarita Marrucciello für den Tierschutz ein. Die Tierärztin machte sich auf den Weg, zählte erstmals die vielen Kadaver und wandte sich dann an die beiden ­betroffenen Gemeinden. «Vor allem beim Werkhof Zumikon möchte ich mich bedanken. Die haben tolle Arbeit geleistet», schwärmt die Naturschützerin. Insbesondere Werkleiter Albert Gnehm habe sich sehr für das Projekt eingesetzt.

Unterschlüpfe bieten

Vom Golfplatz bis über die Ortsgrenze zu Maur hinaus wurden Holzpflöcke gesetzt, eine grüne Folie gespannt und eingegraben, damit die Tiere nicht unter ihr durchschlüpfen können. Auch beim Golfclub bedankt sich Petra Lohmann. «Wir dürfen Material auf dem ­Gelände deponieren und Tiere in den Teichen aussetzen. Ich war erst gestern Abend zur Beobachtung da. Da war richtig Party in dem Tümpel», lacht sie. Und sendet noch ein Dankeschön an Beno Bosshard, der erlaubte, gerettete Tiere auf seinem Grund in Unterschlüpfen auszusetzen. Es gibt hier sehr viel flaches Land, viele Ackerflächen rund um die Strasse. «Wir können ja nicht erst die Tiere retten, um sie dann dem Fischreiher wie auf dem Büffet zum Frühstück zu servieren.»

Seit Mitte Februar kontrollieren je zwei ehrenamtliche Helfer jeden Morgen die Eimer und sammeln die Frösche und Kröten ein. «Jedes Team hat seinen festen Wochentag und muss vor Sonnenaufgang vor Ort sein», erläutert die Tierärztin. Der Weg entlang des Zauns dauert mindestens eine Stunde. «Sind es viele Tiere, dauert es auch länger.» Aber die Arbeit lohnt sich. Allein an einem verregneten Morgen wurden mehr als 800 Tiere gerettet. Über diese Rettungsaktion werden sich vor allem viele Krötenmännchen gefreut haben. «Die sitzen gerne einfach auf der Strasse und warten, bis ein Weibchen vorbeikommt, von dem sie sich dann tragen lassen.» Diese Wartezeit endete nicht selten unter ­einem Autoreifen.

Lebensraum erhalten

Alle paar Meter steht hinter dem Zaun ein eingegrabener Eimer, der mit Laub gefüllt ist, damit die Tiere sich dort vor Vögeln und der Sonne verstecken können. Falls mal eine Maus in den Einer fällt, gibt es für sie extra einen Holzstab, auf dem sie aus der Falle entkommen kann.

Nach dem Kontrollgang melden sich die Teams kurz bei Petra ­Lohmann und berichten über den Morgen. Sind es wenig Tiere gewesen, klinge gelegentlich ein bisschen Frust mit. «Doch manchmal bedanken sich auch Autofahrer bei den Leuten, oder es gibt einen besonders schönen Sonnenaufgang. ­Allein die Zeit an der frischen Luft tut vielen gut.»

Dabei will Petra Lohmann viel mehr, als die Tiere vor dem Tod auf der Strasse zu retten. Sie will den ­Lebensraum erhalten. «Die Schweiz hat mittlerweile 90 Prozent ihrer Feuchtgebiete verloren. Besondere Froscharten sind schon nicht mehr zu finden. Wir müssen mehr für den Lebensraum der Amphibien tun.»

www.naturundvogelschutz.ch

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