Henrys Geissblatt: Invasiver Neophyt im Wald

Neben der Forstarbeit ist die Pflege des Waldes eine Hauptaufgabe der Zolliker Forst­equipe. Dazu gehört auch der Schutz der einheimischen Pflanzen vor invasiven Neophyten.

Die invasive Pflanze Henrys Geissblatt verdrängt einheimische Arten im Wald. (Bild: zvg)

Leider wurden auch im Zolliker Wald fremde Arten ­eingeführt, welche die natürliche Waldentwicklung stören. Allen ­voran Henrys Geissblatt. Diese asiatische Liane entwickelt bis zu zehn Meter lange kletternde oder kriechende Triebe. Sie wird aus ­Privatgärten und illegal deponiertem Pflanzenmaterial in den Wald verschleppt.

Heute darf Henrys Geissblatt weder verkauft noch gesetzt werden. Die Pflanze blüht von Juni bis August mit gelb bis rosa Blüten und bildet schwarzblaue, stark giftige Beeren. Das schnelle Wachstum der Pflanze führt zu sehr dichten Beständen. Die Triebe wachsen an jungen Bäumen hoch, biegen und knicken ­diese, vor allem im Winter, da es durch seine immergrünen Blätter mit einer hohen Schneelast beladen wird und so die anderen Pflanzen niederdrückt.

Unsere Forstequipe muss die in­vasive Pflanze mehrmals jährlich mechanisch von Hand bekämpfen. Dies führt zu einem hohen zusätzlichen Arbeitsaufwand, welcher ­finanziell durch die Gemeinde ­Zollikon und den Kanton unterstützt wird. Seit drei Jahren läuft zusammen mit dem Kanton Zürich ein ­Projekt mit verschiedenen Versuchs­flächen im Zolliker Wald, auf denen man verschiedene Bekämpfungsstrategien erprobt. Es zeigt sich, dass durch ein- bis zweimaliges Mulchen, anschliessendes Ausreissen von Hand und Ausgraben der Wurzeln gute Resultate ­erzielt werden. Eine vollständige Bekämpfung ist jedoch bisher nicht gelungen. Es sind ständige Nachkontrollen (zweimal jährlich) und eine weiterführende Bekämpfung notwendig.

Die Holzkorperation Zollikon trifft sich einmal jährlich mit Mitgliedern und Freunden zu einem Aktionstag, an dem alle mithelfen, Henrys Geissblatt zu bekämpfen – zum Schutz unseres Waldes.


Neophyten

Neophyten werden Pflanzen genannt, welche nach 1500 eingeführt wurden und sich wildlebend etabliert haben. Als invasiv werden sie bezeichnet, wenn sie sich sehr schnell und stark ausbreiten und dabei die einheimischen Arten verdrängen. Zudem sind einige invasive Neophyten schädlich für die Gesundheit oder führen zu baulichen Schäden.


Wie gehen Sie im Garten mit ­Neophyten um? Schreiben Sie an redaktion@zobo.ch

Anzeige