Feuersalamander-Hotspot in Zollikon

Wer hätte das gedacht: In ­Zollikon und Umgebung gibt es überdurchschnittlich viele Feuersalamander. Heraus­gefunden hat das der 18-jähriger Gymischüler Pascal Schwarz aus dem Zollikerberg. Er hat seine Maturaarbeit diesen Amphibien gewidmet und war selbst erstaunt über deren häufiges Vorkommen.

Der 18-jährige Pascal Schwarz hat seine Maturaarbeit dem Feuersalamander gewidmet. (Bilder: zvg)

Der erste Lockdown hatte für Pascal Schwarz etwas Positives. Er war auf der Suche nach einem spannenden Thema für die Maturaarbeit. Da die Schule nur online stattfand, hatte er mehr Zeit, ging oft und gerne in den Wald und hatte bald die zündende Idee. Hatte er nicht schon als Kind die Larven von Feuersalamandern gesucht? Mit seiner einmaligen und auffälligen Färbung ist der Feuersalamander einer der attraktivsten Vertreter ­unserer heimischen Amphibien. Obwohl ihn fast jedermann kennt, sind die Kenntnisse über Vorkommen und Bestände im Vergleich zu anderen einheimischen Amphibien­arten spärlich.

Erfolgreicher Jungforscher

Warum also nicht die Verbreitung des Feuersalamanders in und um Zollikon samt den beeinflussenden Faktoren untersuchen? Zwischen Mai und Oktober des vergangenen Jahres setzte Pascal Schwarz seine Idee um. Eine zeitintensive, schöne Aufgabe. «Für die Erfassung von Daten gehe ich ohnehin lieber in den Wald als in die Bibliothek, ­deshalb fiel mir die Arbeit nicht schwer.» Er suchte kartografisch nicht erfasste Zuläufe von Bächen in und um Zollikon und besuchte diese sechs Zuläufe je sechsmal. Dabei konzentrierte er sich auf die Suche der Larven. Zwischen 20 und 100 Larven fand er bei jeder seiner Erkundungen. Sicher habe er über die fünf Monate einige ­Larven doppelt gezählt, meint er. Trotzdem, eine stattliche Anzahl. Bisher beschränkten sich Amphibieninventare auf Weiher, Tümpel und kleine Seen. Fliessgewässer, die Larvengewässer des Feuersalamanders, blieben unberücksichtigt, wurden also nicht inventarisiert. Das hat Pascal nun korrigiert. ­Gemäss dem letzten «Feuersalamander Monitoring 2016» lebt in Zollikon nun im Vergleich zur Restschweiz eine hohe Population. Die Funde meldete Pascal auf der Website der KARCH (www.karch.ch) – der Infostelle für Reptilien- und Amphibienschutz. Dort gibt es ­Infos und Spannendes rund um ­Molche, Lurche, Frösche und Schlangen.

Schliesst Pascal im Sommer das Gymnasium ab, wird er sich trotzdem nicht in die Biologie vertiefen – noch mehr interessiert er sich für Mathematik.

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