Aus gutem Holz geschnitzt

Heinz Wachter versorgt mit seinem Oldtimer-­Traktor die Feuerstellen des Verschönerungsvereins.

Heinz Wachter liebt alles, was mit Holz zu tun hat. So freut er sich über die Bänke am Schachplatz, die der Verschönerungsverein just erneuert hat. (Bild: bms)

Eigentlich ist Heinz Wachter schon 58 Jahre alt. Aber der Zumiker wirkt eher wie ein junger Schelm. Wie einer, mit dem man Pferde stehlen könnte – wenn man denn gerade ein Pferd braucht. Und so passt eine Anekdote aus seinem Leben sehr gut: Irgendwann erfüllte er sich einen Klein-­Jungen-­Traum. Er kaufte einen alten Traktor der Marke Meili. Einen ganz alten Herren, den er wieder auf Vordermann brachte. Was seine Ehefrau dazu sagte, als er plötzlich mit dem Oldtimer vorfuhr? Er grinst. «Sie wusste das ganz lange nicht.»

In Zumikon ist Heinz Wachter «der Holzmann». Als Vizepräsident des Verschönerungsvereins ist er zuständig, dass die Feuerstellen des Vereins immer mit Holz zum Grillieren ausgestattet sind. Jeden Samstag schwingt er sich also auf seinen Meili und bringt die Scheite zu den Grillstellen Heerenbreiti am Golfplatz, Tobelmüli und zum Grossen Wuhr im Küsnachter Tobel. Auch zu den weiteren Feuerstellen fährt er, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Als die Feuerstellen des Vereins noch nicht beliefert wurden, war der Wald ringsum wie leergefegt. Wer ein Feuerchen anfachen wollte, hatte sich einfach in der Umgebung bedient – zum Leidwesen der Waldbesitzer. Die Feuerstellen befinden sich nämlich nicht auf gemeindeeigenem, sondern auf privatem Grund. Heinz Wachter schlug vor, dass der Verein einspringen könnte. «Die Kollegen haben mich gewarnt. Das sei viel zu viel Arbeit. Also habe ich das kurzerhand übernommen.» Nicht ganz uneigennützig, wie es scheint. Heinz Wachter liebt es, im Wald zu sein. Das könnte genetisch bedingt sein. Sein Vater war Förster, und schon als kleiner Bub ging es am Mittwochnachmittag und am Wochenende in die Wälder. Die Ferien verbrachte er bei seinem Götti, der einen Bauernhof hatte. «Ich habe die Zeit da geliebt.»

«Die Hosen wurden grösser»

Als Heinz Wachter mit Ehefrau ­Prisca 1997 nach Zumikon zog (natürlich in eine Wohnung mit Cheminée), kannte er niemanden. Er hatte zuvor mit Leidenschaft Handball gespielt – sogar in der ersten Liga. Doch der Sport sei brutal und «irgendwann hat man es gesehen». Er beendete seine Karriere und musste feststellen, «dass die Hosen immer grösser wurden, die Schuhgrösse aber gleich blieb». Er beschloss, eine andere Aktivität zu suchen – und fand den Verschönerungsverein. Stolz zeigt er auf die neuen Bänke am Schachfeld. Insgesamt 110 Ruhebänke betreut der Verein. Wer möchte, kann einen dieser Bänke erwerben. Dann kommt eine schöne Widmung drauf. «Eine Familie hat zwei Bänke am Panoramaweg gekauft.» Natürlich darf jeder weiterhin dort Platz nehmen, aber der Verein freut sich über die Einnahmen.

«Der alte Herr stinkt etwas»

Hauptberuflich arbeitet Heinz Wachter beim Strassenverkehrsamt in Winterthur; da traf er auch den Traktorbesitzer. «Der war unglücklich, weil er den Motor nicht mehr zum Laufen brachte», erinnert sich der Zumiker. Er war sicher, dass er den wieder anschmeissen könnte und ersteigerte den dunkelgrünen Oldtimer. Er behielt recht, wobei er einräumt, dass der alte Herr mit Baujahr 1955 doch etwas stinke.

Das vergangene Jahr mit seinen Einschränkungen widmete Wachter einem neuen Hobby, das natürlich mit Holz zu tun hat: Er bearbeitet Baumstämme so, dass daraus ­wunderschöne Blumenkästen oder Brunnen entstehen – mit denen er seine Frau ein bisschen besänftigen kann wegen seines zeitraubenden Hobbys.

Und wenn er sich einen Traum erfüllen könnte? «Ein eigener Wald wäre schon schön,» kommt es wie aus der Pistole geschossen. Der müsse auch gar nicht gross sein. Einfach ein kleines Wäldchen, das ihm ganz allein ­gehöre. Manche Träume – wie der vom Traktor – wurden schon erfüllt. Warum sollte es nicht so weitergehen?

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