Vielfältige Spurensuche

Die Galerie Milchhütte zeigt mit ihrer Hommage für Hans Aeschbach die ganze Band­breite der Kunst.

Construction-Déconstruction: Eine Skulptur mit Durchblick von  Eva Ducret. Andrea Hochuli-Schmid, selbst einst Schülerin  von Hans Aeschbach, freut sich über die Bandbreite der aktuellen  Ausstellung. (Bild: bms)
Construction-Déconstruction: Eine Skulptur mit Durchblick von Eva Ducret. Andrea Hochuli-Schmid, selbst einst Schülerin von Hans Aeschbach, freut sich über die Bandbreite der aktuellen Ausstellung. (Bild: bms)

Zunächst kam Hans Aeschbach selber «zu Wort», dann folgte eine Ausstellung von Schülern und Schülerinnen des Künstlers. Dieses Wochenende ist die letzte Gelegenheit, in eine extrem heterogene Welt einzutauchen. Die Kunsthistorikerin Yujin Kim hatte im Auftrag der Nachkommen Hans Aeschbachs Werk aufgearbeitet und Kontakt mit dessen Schülerin und Milchhütte-Galeristin Andrea Hochuli-Schmid aufgenommen. So entstand die Idee zur Ausstellung.

Viele seiner Schüler und Schülerinnen aus dem Vorkurs der Kunst­gewerbeschule arbeiten heute erfolgreich als Grafiker, Fotografen, Designer, Maler etc.
Zum Beispiel der Maler und Installationskünstler Adrian Schiess. Seine Werke sind in Museen und internationalen Sammlungen vertreten. Kurz: Sie sind unbezahlbar. Um sich trotzdem an der Hommage beteiligen zu können, ohne die übrigen Ausstellenden in den Schatten zu stellen, klebte er einfach ein Aquarell mit Fischkleister auf die Wand und entzieht es so dem Markt. Die Galeristin hat ein dem Licht abgewandtes Plätzchen ausgewählt, damit das Bild nicht zu schnell verblasst. Die innovative Schuhdesignerin Stefi Talman hat für die Ausstellung eigens ein Foular in drei Farbversionen entworfen, und der international erfolgreiche Schmuckkünstler Bernhard Schobinger hat Objekte aus Strandgut und Fundstücken kreiert. Auf Alltagsgegenstände wie eine Schale konzentriert sich Andreas Steine­mann. Er setzt in einer aufwendigen Prozedur farbige Porzellan­stücke zusammen. Zu sehen ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Entstehungsprozess. Christian Küenzi, der lange als Werbefotograf gearbeitet hat, zeigt seine «Wasserreise», entstanden für die Expo.02.

Insgesamt haben die Galeristin und Yujin Kim 13 Künstler und Künstlerinnen von enormer Bandbreite in die Galerie gebracht – die jedoch alle unisono ihren ehemaligen ­Lehrer verehren. Andrea Hochuli: «Hans Aeschbach hat seine Schüler sehr sensibel gefördert.»

Eine Auseinandersetzung mit den einzelnen Künstlern und ihren möglichen Bezügen zu Hans Aeschbach oder zur Tradition der Schule soll in späteren Ausstellungen folgen.

Galerie Milchhütte, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 16 bis 19 Uhr Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr

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