Vom Maler zum Erzähler

Die Villa Meier-Severini zeigt eine Retrospektive des Zürcher Künstlers Werner Hartmann.

In der Zolliker Villa Meier-Severini sind Werke des Zürcher Künstlers Werner Hartmann zu sehen. (Bild: zvg)
In der Zolliker Villa Meier-Severini sind Werke des Zürcher Künstlers Werner Hartmann zu sehen. (Bild: zvg)

Vom 8. bis 23. Oktober 2021 gibt eine Retrospektive in der Villa Meier-Severini Einblick in das eigenwillige Schaffen des 1993 verstorbenen Zürcher Künstlers Werner Hartmann. Er starb 48-jährig an einem Hirnschlag. ­Zurück blieb ein vielfältiges Œuvre von der expressiven Ölmalerei über das Aquarell zum Zeichnen, das auch 28 Jahre nach seinem Tod fasziniert.

Anlässlich einer Ausstellung im Kunsthaus Glarus 1977 bemerkte Werner Hartmann, er hätte eigentlich schreiben wollen. Da er dies nicht könne, habe er sich für das Zeichnen entschieden und suchte im Lauf seines Werdegangs nach einer für alle zugänglichen Kommunikationsform. Fasziniert von prähistorischen Schriftstücken konkretisierte sich eine eigene Sprache, mal eher Zeichen-, mal eher Bildsprache, mit der er Geschichten erzählte. Skripturalismus nennt das «Lexikon zur Kunst in der Schweiz» seine Kunst. Die Zeichenfolgen treten in Beziehung zu den Geschichten der Bildträger mit ihren Vorgeschichten: alte Briefe, Buchseiten, alte Leinentücher, Schwemmhölzer, Setzkästen, Malkartons. Die unbekannte Geschichte der Bildträger greift enigmatisch in die darübergelegte Geschichte Werner Hartmanns. Die Werke entstanden in einer bis zur Trance neigenden Hingabe. Anders ist der rhythmische Fluss seiner Zeichenfolgen auf meterlangen Leinentüchern kaum vorstellbar. Neben dieser bekanntesten und bedeutendsten Werkphase lassen sich bereits in seiner frühen Ölmalerei und seinen Aquarellen erste Ansätze zeichenhafter Spuren entdecken.

Villa Meier-Severini, Vernissage: Freitag, 8. Okt. 18 – 21 Uhr, Finissage: Samstag, 23. Okt. 16 – 19 Uhr, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 16 – 20 Uhr, Samstag und Sonntag, 14 – 18 Uhr

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