Nicht auf Vortrittsrecht bestehen

Die Kantonspolizei möchte mit einer neuen Kampagne vor allem ältere Menschen im Strassenverkehr schützen.

Mit der Kampagne sollen ältere Menschen im Strassenverkehr geschützt werden. (Bild: zvg)
Mit der Kampagne sollen ältere Menschen im Strassenverkehr geschützt werden. (Bild: zvg)

Vergangene Woche wurde ein älterer Zolliker vor dem Gemeindehaus von einem Auto angefahren. Der Unfall zeigt einmal mehr, dass nicht nur Kinder, sondern auch Senioren im Strassenverkehr gefährdet sind.

Umso sinnvoller ist die Verkehrs­sicherheitskampagne «Seniorinnen und Senioren im Strassenverkehr» der Kantonspolizei. Fakt ist nämlich, dass sich niemand besser an die Verkehrsregeln hält als die Senioren und trotzdem 50 Prozent der getöteten Fussgänger im Verkehr älter als 65 Jahre sind (Quelle: Kantonspolizei Zürich). Senioren und Seniorinnen sollten ihr Verhalten ihrem Alter anpassen und ausreichend Zeit für eine Reise einplanen. Zudem sollten sie Stosszeiten wenn möglich vermeiden. So findet sich auch leichter ein Sitzplatz in Bus oder Tram. Vor dem Überqueren eines Fussgängerstreifens sollten sie wenn möglich Blickkontakt aufnehmen mit den Fahrern oder Fahrerinnen wartender Autos. Ebenso sollten Fussgänger nie direkt vor oder hinter einem Bus oder Tram die Fahrbahn queren.

Auch für die Autofahrenden hat die Kantonspolizei Ratschläge. Sie sollten sich in Aufmerksamkeit und ­Geduld üben: «Rechnen Sie stets mit unerwarteten Verhaltensweisen, und zeigen Sie sich gegenüber älteren Menschen genauso rücksichtsvoll wie gegenüber Kindern. Beharren Sie in unklaren ­Situationen nicht auf Ihrem Vortrittsrecht.» Beim Abbiegen sollten sie besonderes auf querende Senioren achten. Die meisten der tödlich verunfallten Fussgänger wurden in der Strassenmitte oder auf der zweiten Fahrbahnhälfte angefahren. Das habe unter anderem mit den eingeschränkten Sichtverhältnissen auf der Fahrerseite zu tun. «Achten Sie deshalb besonders gut auf Fussgänger, die von links die Strasse queren. Durch das gemächlichere Schritttempo ­älterer Menschen kann es gut sein, dass sie einige Meter hinter anderen Fussgängern gehen.»

Auch sollten sich Pkw-Fahrende nicht vom Telefon, Navigations­gerät oder Radio ablenken lassen – unabhängig vom Alter der anderen Verkehrsteilnehmer.

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