Siedlungsraum als Gefahr für Igel

Igel fühlen sich in Städten und Vorortsgemeinden besonders wohl. Leider kommen aber gerade dort viele Tiere um. Wie die stacheligen Gesellen geschützt werden können, erklärt der Verein «Wilde Nachbarn».

Nicht nur das Auto ist Feind des Igels, auch Rasenmähroboter gefährden und verletzen die Tiere. (Bild: pixabay/Alexas_Fotos)

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere können bis zur Morgendämmerung mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei suchen sie nach Nahrung. Diese besteht fast ausschliesslich aus tierischer Kost. Gerne verzehren sie Insekten, Regenwürmer und Schnecken, und sie verköstigen sich auch mit ­herumstehendem Katzen- und Hundefutter.

Grundsätzlich leben sie als Einzelgänger, deren Aktionsräume sich überschneiden können. Den Tag verbringen sie in nestartig ausgepolsterten Unterschlüpfen in dichterem Gestrüpp, Hecken, Boden­deckern wie Efeu, Asthaufen und in Hohlräumen unter Gebäuden, Schlafplätze werden oft gewechselt. Ausgewachsene, gesunde Igel haben von Füchsen nichts zu befürchten, Dachse und Uhus hingegen können ihnen gefährlich werden.

Grosse Verluste durch Verkehr

Gemäss Untersuchungen in Zürich während der frühen 1990er-Jahre erreichen Igel in der Stadt eine zwei- bis dreimal höhere Bestandsdichte als im Umland. Sie schätzen reich gegliederte Gärten mit einer Vielfalt von Strukturen, die ihnen Unterschlupf und Nahrung bieten. Auch Zierrasen werden auf der Suche nach Insekten und Regenwürmern aufgesucht, können jedoch ohne naturnahe Umgebung keinen vollständigen Lebensraum bilden.

Die Gefahren lauern vor allem im Strassenverkehr. Ihm fallen jährlich tausende Igel zum Opfer, besonders in ruhigen Wohnquartieren, wo heute die meisten Igel leben. Auch Schädlingsbekämpfungsmittel können Igel töten und sollten deshalb sehr sparsam eingesetzt werden. Bedroht werden die Tiere auch durch Motorsensen und Rasenmähroboter: Besonders beim Mähen unter Büschen sollte man vorsichtig vorgehen, weil dort tagsüber ruhende Igel verletzt oder getötet werden können. Laubbläser und Laubsauger sind eine Gefahr für Jungtiere, die aufgrund ihres geringen Gewichts von weniger als 200 Gramm leicht vom Sog erfasst werden können. Mauern und Hindernisse, die höher als 20 Zentimeter sind, können für Igel zum unüberwindbaren Hindernis werden. Gefährliche Fallen sind steilwandige Schwimmbecken, Gartenteiche und Lichtschächte. Verletzte Tiere und verwaiste Jungtiere gehören in fachkundige Hände. Wenden Sie sich an die nächste Igelstation oder an einen Tierarzt.

Beobachtungen können Sie auf pfannenstil.wildenachbarn.ch, Rubrik «Beobachtungen», eintragen.

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