Die Zolliker Halloween-Queen

Am Sonntag, dem 31. Oktober, ist Halloween. Dann laufen grosse und kleine Kinder durch das Dorf, klingeln an den Haustüren und wollen «Süsses oder Saures». Die 38-jährige Jennifer Beck freut sich besonders auf diesen Tag: Ihr Halloween-­Garten wartet auch dieses Jahr mit gruseligen Überraschungen auf.

Jennifer Beck ist bestens für Halloween vorbereitet. (Bild: ab)

Der Halloween-Garten am Golbrigweg ist Zolliker Kindern seit Jahren ein Begriff. Kinder und Eltern erwartet auch dieses Jahr ein Labyrinth aus gruseligen Räumen. Sie selbst haben keine Kinder, betreiben aber einen riesigen Aufwand, um den Kleinen eine Freude zu machen. Mit zwei Freunden benötigen Sie einen Tag, um alles aufzubauen. Woher kommt Ihre Affinität zu Halloween?

Sie stammt wohl aus meiner Zeit in Amerika. Dort ist Halloween ja richtig gross. Es ist einfach toll, wenn die Kinder an Halloween zu mir kommen – mit funkelnden Augen und total gespannt, was sie im Halloween-Garten erwartet. Ich freue mich wahnsinnig, wenn die Kinder Freude haben. Die Ideen entwickelten sich mit der Zeit. Irgendwann stellte ich einen Kürbis vor die Haustür, die Kinder kamen und klingelten. Ich aber hatte gar nichts Süsses oder Saures für sie parat und gab ihnen irgendetwas. Das war mir im Nachhinein so unangenehm, dass ich mir vornahm, im kommenden Jahr alles etwas professioneller zu gestalten. Ich verkleidete mich gruselig und empfing die Kids so an der Tür. Im Jahr darauf hatte ich schon eine Nebelmaschine installiert und mich als Horrorclown verkleidet. Es wurde von Jahr zu Jahr mehr. Irgendwann haben wir den gesamten Garten dekoriert, bemalten Kartons als Grabsteine, kauften Grabkerzen, bastelten aus Laken Geisterkostüme. Das kommt bei den Kindern super an und macht mir riesig Spass.

Wieviel Zeit beanspruchen die Vorbereitungen?

Die ersten Ideen kommen mir schon einen Tag nach Halloween. Dann weiss ich, was gut oder nicht so gut ankam und merke mir das vor. Im Frühling und Sommer ist Halloween erstmal vergessen, einen Monat vorher beginnt die ernsthafte Planung. Dann frage ich Kinder in meinem Umkreis, was sie spannend finden oder eben nicht. Eine Woche vorher geht es mit der Dekoration des Gartens los. Dann werden alle Halloween-Läden im Umkreis abgeklappert, und wir versuchen die coolsten Requisiten zu finden, wie zum Beispiel einen abgehackten Fuss.

Was finden Kinder besonders gruselig – oder gar nicht?

Horrorclowns und Spinnen erschrecken meist, allerdings ist das abhängig vom Alter. Die Kleinen fürchten sich, während die Teenager die Clowns abklatschen und High Five machen. Brennende ­Puppenköpfe installieren wir nicht mehr; diese ängstigten die Kinder zu sehr. Vielleicht gibt es jetzt nur noch brennende Puppenbeine … Wovor Kinder sich aber kaum fürchten, sind Friedhöfe. Das wunderte mich sehr, denn mir machen sie Angst.

Laufen die Kinder allein durch das Grusel-Labyrinth, oder gibt es Hilfe?

In diesem Jahr gibt es jemanden, der den Eingang zeigt, dann müssen die Kinder alleine durchlaufen. Man kann sich eigentlich nicht verlaufen. Im vergangenen Jahr waren ungefähr 60 Kinder hier, im Jahr vorher etwa hundert. Ich rechne am Sonntag wieder mit vielen Kindern.

Halloween, All Hallows’ Eve – die Nacht vor Allerheiligen, wurde vor vor allem im katholischen Irland gefeiert. Auswanderer nahmen den Brauch mit nach Amerika, und seit den 90er Jahren breitet er sich auch in Europa aus. Kennen Sie den Ursprung von Halloween?

Meines Wissens war Halloween ein keltischer Brauch, ist also viel älter. Der Legende nach ist die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, Allerheiligen, die Nacht, an dem das Reich der Toten unserer Welt am nächsten ist und die Toten in unsere Welt kommen. Um sie zu vertreiben, haben die Kelten sich selbst gruselig verkleidet.

Sie sind in Deutschland aufgewachsen, leben seit 16 Jahren in der Schweiz und seit 2015 in Zollikon. Wie gefällt es Ihnen hier?

Ich lebe hier mit meinem Partner, der in Rumänien aufgewachsen ist, und das total gerne. Gerade im ­Golbrigweg haben wir eine tolle Nachbarschaft, sehr divers. Viele Familien kamen aus dem Ausland hierher oder sind Schweizer, die viel gereist, oder lange im Ausland gelebt haben. Es ist ein ganz schönes Miteinander. Wir sitzen öfters zusammen und trinken oder essen gemeinsam.

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