Die vier Gallier zeigten Stärke

Das Wetter war mystisch herbstlich, die Stimmung heiter gelassen – die traditionelle Taufe der Seeretter konnte dieses Jahr endlich wieder durchgeführt werden. Vor grossem Publikum.

An die hundert Schaulustige, Familienangehörige, ehemalige Seeretter und Freunde wollten das Spektakel am See miterleben. Gemeinderat André Müller und Polizeichef Peter Zimmermann, beide für die Sicherheit der Gemeinde verantwortlich, durften nicht fehlen. Sogar die benachbarten Seeretter von Küsnacht, Meilen, Horgen und Wädenswil kamen via Seeweg zum einzigartigen Ritual. Der Chefkapitän der Zürichseeschifffahrt, Pascal Wieders, liess sich die Taufe ebenfalls nicht entgehen.

Und da kamen sie, die vier Gallier, bevor Neptun mit einem Kanonenknall aus der Wasserunterwelt gerufen wurde: Asterix alias Tobias Kratzer, Troubadix alias Bedri ­Sulimani, Obelix alias Christopher Mertens und Miraculix alias ­Alexandros Kamm. Neptun, begleitet von seinen Klabautermännern, wurde auf einem Thron mit einem Floss zum Steg gefahren. «Schön, dich zu sehen, du wirst uns bestimmt helfen können, die Taufe zu vollziehen», begrüsste Stefan Meier, Obmann der Seeretter, den Wassergott. Neptun brummte, er hoffe, die diesjährigen Täuflinge hätten sich positiv entwickelt. Das Auftreten als starke Gallier sei doch ein klares Zeichen, entgegnet ein sichtlich stolzer Stefan Meier.

Die tapferen Männer wurden streng geprüft. Das attraktive Kostüm musste der traditionellen Juttesackbekleidung weichen. Nebst nautischem Wissen gehörte das Handling der Schifferknoten dazu, Fische zerlegen und grillieren, und dieses Jahr einhändige Geschicklichkeit auf dem Stand-Up-Paddle. In der anderen Hand mussten sie das Stärkungsgetränk halten. Als alle Strapazen und Tests bei lediglich 14 Grad Wasser- und Lufttemperatur bewältigt waren, standen die Zuschauer Spalier für die vier Täuflinge, die schliesslich mit «Hühnermist» bestrichen und in eine hässliche Brühe des Tauf­beckens gesteckt wurden. Ihre Taufbecher mussten sie tauchend suchen. Die Gallier zeigten keine Blösse und siegten als Seeretter gemeinsam mit den Worten «Pflotsch nass, pflotsch nass, pflotsch nass!».

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