Das Dorftheater Zumikon löst sich auf

Der Vorhang fällt. Weil die Suche nach Mitspielern und neuem Vorstand erfolglos blieb, geht es nun ans grosse Aufräumen.

Mit «Die Schweizermacher» feierte das Dorftheater einen grossen Erfolg. Das ist nun Geschichte. (Bild: Archiv)

An der Mitgliederversammlung vom 3. November beschlossen die anwesenden Mitglieder, nächstes Jahr den 40-jährigen Verein endgültig zu Grabe zu tragen. Drei Jahre zuvor stand der Verein bereits einmal vor diesem Entscheid. Der Vorstand trat in corpore zurück – zum Erstaunen der meisten. Die erfolgreiche Aufführung des Musicals «Die Schweizermacher» liess eigentlich etwas anderes erwarten.

Eine «Spurgruppe» wurde kurzfristig ins Leben gerufen, die abklärte, wie und in welcher Form das Zumiker Dorftheater weiterzuführen wäre. Ein vierköpfiger Vorstand versuchte schliesslich, das Steuer herumzureissen. Zwischendurch sollte ein Gastspiel mit einer eingekauften Puppenproduktion die Wartezeit auf die coronabedingt nicht realisierbaren Eigenproduktionen verkürzen und Präsenz demonstrieren.

Die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern, Spielleuten oder Personen, die gewillt waren, hinter den Kulissen das Theater am Leben zu erhalten, blieb jedoch erfolglos. Der Übergangsvorstand musste einsehen, dass das Dorftheater keine Zukunft mehr hatte. Der Beschluss der Mitgliederversammlung war eindeutig: Der Vorhang fällt! Nach fast 40 Jahren, 29 Eigenproduktionen und diversen Gastspielen werden die Kostüme weitergegeben, die Kulissen entsorgt und die Technik der Harmonie Zumikon überlassen. Rund 450 Personen haben sich in all den Jahren mit Begeisterung den Brettern verschrieben, die für sie die Welt bedeuteten.

Jetzt geht es ans grosse Aufräumen. Die Schlussrechnungen werden gemacht, die danach noch vorhandenen Gelder aufgeteilt; sie kommen anderen Vereinen und Organisationen zugute. Für die Beteiligten und langjährigen Mitglieder soll nächstes Jahr noch ein Abschiedsfest stattfinden. Und 40 Jahre nach der Premiere der ersten Produktion, der Komödie «Di lieb Familie», senkt sich der Vorhang endgültig über eine Zumiker Theatergeschichte.

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