Fest- und tanzfreudiges Zürich

Der Zolliker Fritz Boscovits war treibende Kraft des Kunsthaus-Maskenballs.

Das Maskenball-Plakat, gestaltet von Fritz Boscovits. (Bild: zvg)

Am morgigen Samstag jährt sich der 150. Geburtstag des Zolliker Malers Fritz Boscovits. Besucher des Ortsmuseums, seines ehemaligen Wohn- und Atelierhauses, erinnern sich an die Ausstellung von 2017, die Ölbilder, Plakate und Karikaturen zeigte.

Eine bisher unbekannte Seite gibt es im soeben erschienenen Buch «Der Kunsthaus-Maskenball. Zürichs goldene Zwanzigerjahre» zu entdecken. Als Präsident der Unterhaltungskommission der Zürcher Kunstgesellschaft war er die treibende Kraft hinter dem Kunsthaus-Maskenball, der 1921 zum ersten Mal stattfand, ein sofortiger Erfolg war und für Furore sorgte.

Er galt als der beste Ball in der fest- und tanzfreudigen Stadt. Die Zürcher Gesellschaft riss sich alljährlich um die Eintrittskarten und tanzte kostümiert bis in den Morgen hinein durch die fantasievoll dekorierten Räume des Hotels Baur au Lac. Das Besondere an diesen Bällen war, dass die ganze Arbeit von Künstlern geleistet wurde. ­Boscovits und seine Kollegen planten den Anlass, lieferten Plakate, Tischkarten, Maskenzeichen sowie kreative Kostüme und verwandelten ganze Säle in Traumwelten.

Die Autorin Regula Schmid, Ur­enkelin von Fritz Boscovits, hat sich auf Spurensuche begeben und entsprechend viel Bildmaterial zusammengetragen, das zum grössten Teil noch nie publiziert wurde und zum 150. Geburtstag des Künstlers und zum 100-Jahr-Jubiläum der Kunsthaus-Maskenbälle vorliegt. Das Buch beleuchtet ein besonders glanzvolles Kapitel aus der Kulturgeschichte Zürichs und lässt den Zeitgeist der Golden Twenties aufleben.

Regula Schmid, «Der Kunsthaus-­Maskenball. Zürichs goldene Zwanzigerjahre». Hier und Jetzt, 2021.

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