Abfallentsorgung wird zur Mengenlehre

Hier kostet die Bücher-Entsorgung, in Zumikon ist sie kostenlos. Dafür lassen die Zolliker das Altpapier abholen.

Früher war es Abfall, mittlerweile werden die Wertstoffe getrennt gesammelt und weiterverarbeitet. (Bild: zvg)
Früher war es Abfall, mittlerweile werden die Wertstoffe getrennt gesammelt und weiterverarbeitet. (Bild: zvg)

Am allerbesten wäre es natürlich, wir würden keinen Abfall produzieren. Das ist möglich, aber extrem aufwendig. Somit sollte es selbstverständlich sein, dass der Müll, der tagtäglich entsteht, zumindest richtig entsorgt wird. Im besten Fall kann er dann recycelt werden. Nun sind Zollikon und Zumikon zwar zwei Gemeinden, die oft ähnlich funktionieren. Was den Unrat angeht, ist jedoch Mengenlehre gefragt. Denn bei der Entsorgung gibt es zwar Schnittmengen, aber keine völlige Überschneidung. In beiden Gemeinden können an den Wertstoffsammelstellen kostenfrei abgegeben werden: Altöl (Mineral-und Speiseöl), Bruchglas, Ganzglas und PET, Tetrapackungen, Nespresso-Kapseln, Karton, Kleinmetall/Aluminium, Weissblech (Konservendosen), Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik/CD/DVD/, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen, Styropor (schneeweiss, unbemalt), Batterien, Spraydosen, Drucker­patronen, Metall und Grubengut bis 25 Kilo. Schliesslich brauchbare Textilien und Schuhe – wobei die Betonung wirklich auf «brauchbar» liegt. In beiden Gemeinden zahlt man für die Entsorgung von Grossmetall, Grubengut (Blumentöpfe, Geschirr, Fensterglas) ab 25 Kilos, Pneus und Felgen, Sperrgut (Holz, Plastik etc.).

Während in Zollikon Altpapier nur durch Sammlungen entsorgt werden kann, ist in Zumikon beides möglich: per Sammlung oder direkt an der Sammelstelle. Einmal im Monat öffnet auch die mobile Sammelstelle Zollikerberg ihre Pforten, und zwar beim Parkplatz Magazin Sennhofweg. In beiden Gemeinden können auch die Kunststoff-Sammelsäcke erworben und wieder abgegeben werden, damit die Plastikverpackungen recycelt werden können. Dazu betont das Bundesamt für Natur in einer Medienmitteilung, dass es nachvollziehbar sei, wenn Kunststoffabfälle separat gesammelt werden. Dies sei aber nur sinnvoll, wenn Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stünden. Parallel soll es weiterhin eine separate Sammlung von PET-Flaschen geben; diese gehören also nicht in den Kunststoffsack. Begrüsst wird auch die vom Detailhandel angebotene, schweizweite und flächendeckende Sammlung von Kunststoffflaschen.


Eine vergurkte Glosse?

Augen auf bei der Entsorgung! Wer meint, Müll ist Müll, der täuscht sich. Aber die Gemeinde lässt uns nicht allein und schickt uns einen Entsorgungskalender. Puh. Glück gehabt. Nun wissen wir auch, wie Haare richtig entsorgt werden. Kennt man ja. Da steht man unter der Dusche, hat sich gerade für den nahenden Sommer die Beine rasiert und schon hat man so drei bis fünf Kilo zusammen. Wohin damit? Einfach in den Abfluss und eine Verstopfung riskieren? In den normalen Hausmüll? Nein. Haare gehören zur Gattung der Grünabfuhr. Wer einen eigenen Komposthaufen hat, kann die haarige Sache auch dort entsorgen.

Und was ist mit Gurken­gläsern? Die sind scheinbar etwas Besonderes. Gläser für Joghurt, Apfelmus oder Tomatensauce sind schlicht profane Gläser. Aber Gurkengläser haben ihren ganz persönlichen Eintrag. Ist die Gurke doch nicht irgendein Gewächs. So spricht man von «Gurkentruppe» oder der «Saure-Gurken-Zeit». Aber so schwer dies für das Gurkenglas zu ertragen ist. In ­Sachen Abfall kommt auch dies einfach zum Altglas.

Bücher dagegen sollen als Sperrgut ausrangiert werden. Bücher? Darf man Bücher überhaupt wegwerfen? Selbst, wenn sie nicht mehr gelesen werden, lassen sich mit ­Büchern schöne Sachen machen. Ein Regal bauen, vier Säulen stapeln und eine Platte drauf, schon ist der Tisch fertig. Acht bis neun Bücher aufeinander – am besten Bildbände – ergeben einen perfekten Nachttisch. Ledertaschen dagegen gehören in den Kleidercontainer.
Ausser sie sind noch gut erhalten. Dann nehme ich sie auch.

Birgit Müller-Schlieper

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