Schneeglöckchen, Schneetröpfchen

Das heimische Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) verbreitete sich im 17. Jahrhundert aus Klostergärten hinaus über ganz Europa. Ob wild, gezogen oder verwildert: In Zollikon und Zumikon lugen sie überall aus den noch tristen Böden hervor.

Schneeglöckchen gehören zu den Frühblühern und ernähren  Bienen. (Bild: pixabay/Hans)
Schneeglöckchen gehören zu den Frühblühern und ernähren Bienen. (Bild: pixabay/Hans)

Hasel, Buche und Eiche recken ihre blattlosen Gebeine in den Himmel und lechzen nach wärmeren Tagen. Unter einer dünnen Schneedecke, zwischen Blattgerippen und madigen Nüssen vom Vorjahr regt sich etwas. Ein gelbgrüner Stiel gräbt sich durch Erde, Laub, selbst durch Schnee. Wachstum fordert Energie. Diese Energie gewinnt der Keimling aus seiner Zwiebel, und das schafft Wärme. Der Schnee rund um den Stiel schmilzt, und bald öffnen sich Hochblatt und Blüte.

Vom Glöggli zum Tröpfle

Das Kleine Schneeglöckchen trägt viele Namen. Schneeglöggli, Gaisglöckli, Schneeblümchen, mal Schneetröpfle oder Jungfer im Hemd. So oder so gilt das Schneeglöckchen als Frühlingsbote. Jahrhundertelang gedieh es in Klostergärten, wo es für Reinheit und Unschuld stand. Als Frühblüher symbolisieren Schneeglöckchen auch Hoffnung und Wiedergeburt. Während alles um sie her noch schläft, läuten die Schneeglöckchen den Frühling ein.
Zwischen Januar und April begegnen uns in Gärten, an Wegen, in Friedhöfen und Parkanlagen wahre Schneeglöckchen-Horste. In grossen Gruppen fühlen sie sich unter sommergrünen Sträuchern und Bäumen wohl. Sobald diese ihre Blätter austreiben und das Kronendach schliessen, ist die Vegetationszeit des Schneeglöckchens vorbei.

Früher Pollenlieferant

Das Schneeglöckchen beglückt nicht nur den Fussgänger. Auch für ­Honig- und Wildbienen ist es eine wichtige Nahrungsquelle. Zwar bietet das Schneeglöckchen nur wenig Nektar, dafür umso mehr Pollen. Ist das Schneeglöckchen befruchtet, fallen seine Halme zu Boden. Ameisen sammeln nun die Samen und verbreiten sie weiter.

Alle Pflanzenteile des Schneeglöckchens sind giftig. Das heimische Kleine Schneeglöckchen steht unter Schutz; pflücken darf man es nur im eigenen Garten.


Alle zwei Wochen aus der Natur

Während der Siebenschläfer schlummert, recken sich die Frühaufsteher unter unseren Nachbarn längst dem Sonnenlicht entgegen. Der Zolliker Zumiker Bote forscht nach, wer so früh im Jahr mit Pollen lockt.

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