Holzen im Winter

Jeden Winter hört man es im Wald. Die Forstequipe mit den Motorsägen ist am Werk, fällt Bäume und schneidet sie in Stücke. Weshalb sie dies im Winter macht, hat verschiedene Gründe.

Für die Tier- und Pflanzenwelt ist der Winter eine Zeit der Ruhe, für die Forstarbeiter aber gibt es besonders viel zu tun. (Bild: cef)
Für die Tier- und Pflanzenwelt ist der Winter eine Zeit der Ruhe, für die Forstarbeiter aber gibt es besonders viel zu tun. (Bild: cef)

Wenn der Boden im Winter gefriert, können Bäume weniger Wasser aufnehmen. Zu Gunsten eines geringeren Wasserbedarfs werfen Laubbäume im Herbst ihre Blätter ab. Dadurch wird auch die Gefahr einer Frostsprengung durch gefrierendes Wasser im Stamm reduziert. Für die Holzgewinnung bedeutet dies, dass das Holz trockener ist und die Arbeiten wesentlich einfacher sind. Würden die Bäume während der Vegetationsperiode gefällt, hätte dies negative Aus­wirkungen auf die Holzqualität. Bläuepilze befielen das Holz: Der äussere Stammteil verfärbt sich dunkel und es entsteht eine optische Qualitätseinbusse.

Auch für den bleibenden Bestand hat die Winterfällung Vorteile. Während der Wachstumszeit im Frühling und Sommer sind die Bäume extrem empfindlich auf Verletzungen. Bei Fällarbeiten oder beim Abtransport der Stämme ist bei der Winterfällung diese Gefahr um ein Vielfaches reduziert. Die Waldböden sind zudem fest und gefroren; sie sind besser befahrbar und werden vor Bodenverdichtung durch die schweren Fahrzeuge geschont. Leider ist dieser Umstand infolge der wärmeren Winter nicht immer gegeben.

Ein weiterer Aspekt ist die Tierwelt. Vor allem auf die Brutzeit der Vögel wird mit der Holzernte im Winter Rücksicht genommen. Die Waldarbeiten, insbesondere Pflegeeingriffe im Jungwald, werden in den Monaten April bis Juli auf das Notwendigste reduziert. Und zu guter Letzt sei auch noch der Mensch erwähnt. Die Freizeit- und Erholungsaktivitäten sind während der Wintermonate aufgrund der Wetterlage und der Sichtverhältnisse weniger umfangreich als im Sommerhalbjahr.

Natürlich gibt es von den traditionellen Holzernte- und Waldpflegemassnahmen während der Wintermonate auch Ausnahmen. Grössere Sturmereignisse können Aufräumarbeiten während der Vegetationszeit nach sich ziehen. Borkenkäferschäden in den Sommermonaten, in den letzten zwei, drei Jahren massiv aufgetreten, erfordern ebenso ein rasches und konsequentes Handeln.

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