Von wegen «gruusig»

Neben dem Frosch wirkt die Kröte plump: Ihre Hinterbeine sind deutlich kürzer, ihre ­Gestalt ist gedrungener. Schon unseren Vorfahren sind vor allem ihre Warzen aufgefallen. Und ihre goldenen Augen.

Die Kröte hat in vielen Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Bei uns war sie mal Teufels- und Hexentier, mal glücksbringender Hausgeist. (Bild: Pixabay/Kathy_Büscher)
Die Kröte hat in vielen Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Bei uns war sie mal Teufels- und Hexentier, mal glücksbringender Hausgeist. (Bild: Pixabay/Kathy_Büscher)

«Gruusig», widerwärtig, giftig. Die Kröte muss sich viele Adjektive gefallen lassen. Im Mittelalter gar galt sie als das «hässlichste Tier» der Schöpfung. Dabei hat die Amphibie mit dem breiten Schmollmund und den bernsteinfarbenen Augen doch irgendwie etwas Possierliches.

Ob sie nun gefällt oder nicht, die Erdkröte (Bufo bufo) ist nebst Grasfrosch und Bergmolch unser häufigster amphibischer Nachbar. Klettern die nächtlichen Temperaturen zwischen Februar und April über 4°C und fällt der erste Frühlingsregen, kriechen sie mal einzeln, mal im Huckepack ihren Laichgewässern entgegen. An der Amphibienzugstelle in Chellen/Süessblätz in Zumikon zählte man bis am 24. Februar laut Petra Lohmann bereits über 700 Tiere. Überwiegend Grasfrösche, doch auch einige Erdkröten und Bergmolche. Aktuell ist es nachts zu kalt, generell zu trocken. Da verkriechen sich Erdkröte und Kameraden wieder im Laub und warten auf günstigere Witterungsverhältnisse.

Was eine Amphibie zur Amphibie macht

Kröten gehören zusammen mit Unken, Fröschen, Molchen, Salamandern und Blindwühlen zu den Amphibien. Eine Klasse, die älter ist als alle anderen Landwirbeltiere. Es waren amphibische Lebewesen, die als erste den Landgang wagten. Auch rezente Arten kehren spätestens zum Laichen in ihr angestammtes Element zurück: Als Larven oder Kaulquappen leben sie im Wasser und atmen über Kiemen. Nach der Metamorphose gehen sie an Land und atmen fortan über Lungen. Ganz unabhängig vom Wasser sind jedoch auch die erwachsenen Tiere nicht. Ihre dünne und empfindliche Haut ist wasserdurchlässig. Über sie regulieren sie ihren Wasserhaushalt. Feuchtigkeit ist überlebensnotwendig, Trockenheit bedeutet Stress. Daher sind viele Amphibien dämmerungs- oder nachtaktiv. So etwa die Erdkröte. Tagsüber verbirgt sie sich unter Steinen oder Laub.

Was eine Kröte zur Kröte macht

Anders als Frösche fühlen sich ­Kröten nicht glitschig an. Sie haben eine trockene Haut, über die sich unzählige warzenähnliche Erhebungen ziehen. In diesen münden Drüsen, die giftige Sekrete absondern. Diese Sekrete schrecken einerseits Fressfeinde ab und schützen andererseits die Krötenhaut vor Keimen. Obwohl wir uns also nach dem Kontakt mit einer Kröte die Hände waschen sollten: Warzen wachsen uns davon bestimmt nicht. Kröten überleben in trockeneren Gegenden als ihre Froschbrüder. Die Erdkröte als ortstreue Art kehrt im Frühjahr in die immer gleichen Gewässer zurück. Hier hinterlässt sie ihren Laich in langen, dünnen Fäden, die sie beispielsweise an Unterwasserpflanzen befestigt. Die gallertartigen Laichklumpen an der Wasseroberfläche gehören in unseren Gemeinden meist dem Grasfrosch.


Alle zwei Wochen aus der Natur

Sobald die Frostnächte enden und die ersten Regentropfen auf den Asphalt trommeln, machen sich Krötendamen und Froschherren auf den Weg in ihre Laichgewässer. Der Zolliker Zumiker Bote forscht nach, wer denn in unseren Gemeinden so kriecht und hüpft.

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