Bürger auf Nachtpatrouille

Einbruchserie am Chapf beunruhigt Anwohner und Anwohnerinnen. Die Gemeinde reagierte unbürokratisch.

Begehrte Wohnlage, begehrte Objekte für Langfinger: Am Chapf wehren sich die Anwohner gegen ungebetene Gäste. (Bild: bms)
Begehrte Wohnlage, begehrte Objekte für Langfinger: Am Chapf wehren sich die Anwohner gegen ungebetene Gäste. (Bild: bms)

Wer in Zumikon an der Chapfstrasse wohnt, lebt gemeinhin sehr schön. Nur zwei Aspekte sind weniger beneidenswert: der Flugverkehr am Himmel, die Einbrecher auf den Strassen. Gleich zu einer Einbruchserie ist es dort in den vergangenen drei Wochen gekommen – und zwar so schlimm, dass nun eine «Bürgerwehr» gegründet wurde. Von spät am Abend bis in die frühen Morgenstunden sind Anwohner auf der Strasse unterwegs, zeigen Präsenz und notieren die Kennzeichen fremder Autos – obwohl die Männer und Frauen am nächsten Tag zur Arbeit müssen. Organisiert haben sich die Anwohner durch eine Whatsapp-Gruppe. «Insgesamt engagieren sich 23 Personen, eine ­Person ist jeweils eine Stunde unterwegs», erklärt Manuel Vetsch. Anwohner, die Angst hätten, gingen zu zweit. Im oberen Teil des Dorfes wohnen viele ältere Menschen, oftmals allein. Diese zeigten sich ob der aktuellen Situation besonders ängstlich und verunsichert.

Strassenbeleuchtung bleibt eingeschaltet

«Freiwillige Patrouillendienste können bei der präventiven Bekämpfung der Einbruchskriminalität eine Unterstützung sein. Laien sollten jedoch auf keinen Fall selbst intervenieren. Bei einer verdächtigen Feststellung muss die Telefonnummer 117 gewählt werden», betont Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei.

Bei einigen Häusern blieb es bei Einbruchsversuchen, meistens aber waren die Diebe leider erfolgreich. Im Visier hätten diese vor allem Schmuck und Bargeld – also alles, was schnell einzustecken ist. «Manche steigen sogar in die Häuser ein, wenn die Anwohner zuhause sind», weiss Manuel Vetsch. Das entspricht nicht dem gewohnten Vorgehen, dass erst die Situation ausspioniert und abgewartet wird, ob die Bewohner nicht zu Hause sind.

Die Anwohner haben nicht nur ­Autokennzeichen aufgeschrieben, sondern sich auch an die Gemeinde und die örtliche Polizei gewendet. Am Montagnachmittag war eine Delegation bei Gemeindeschreiber Thomas Kauflin, um auf die beunruhigende Situation hinzuweisen. Am Montagabend beschloss der Gemeinderat unbürokratisch, dass die Abschaltung der öffentlichen Weg- und Strassenbeleuchtung im Gemeindegebiet für mindestens zwei Monate ausgesetzt wird, und zwar so schnell wie möglich. «Wir hoffen, dass dies potentielle Einbrecher etwas abschreckt», so der Gemeindeschreiber. Auch die Polizei sicherte zu, vermehrt am Chapf und in den benachbarten Quartieren zu patroullieren.

Die Anwohner konnten den Beamten auch Videomaterial vorlegen, das vermummte Gestalten auf der Strasse zeigt. «Da dies öffentlicher Raum ist, konnte das Material nicht verwendet werden», bedauert ­Manuel Vetsch. Die Bewohner sind dermassen besorgt, dass sie ihre Aktivitäten noch ausgeweitet haben. Die Anwohner gehen davon aus, dass die Diebesbande im benachbarten Wald haust. Mit ausgedehnten Spaziergängen wollen sie dort für etwas Belebung und Bewegung sorgen. Weitere Bewegungen gab es auch seitens der Gemeinde. Nachdem die Anwohner bei dem Gemeindeschreiber vorstellig geworden waren, sind sie nun für kommenden Montag zu einem Gespräch mit Gemeindepräsident Jürg Eberhard und Sicherheitsvorsteher Thomas Epprecht eingeladen.

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1 Kommentar

  1. Die Vorstellung, dass man ein Recht auf Privatsphäre in einem öffentlichen Raum hat, ist verrückt. Wenn ich also Zeuge einer Vergewaltigung werde und ein Foto von dem Vergewaltiger mache, darf es nicht verwendet werden? Oder, noch absurder, es geht mit verpixeltem Gesicht in die Nachrichten. Wir leben nicht mehr im Jahr 1800. Ich selbst bin Zeuge von ungewöhnlichen Menschen in der Nachbarschaft, die mit wütenden und besorgten Gesichtern zurückstarren – sie sind nicht von hier und genießen nicht einen sonnigen Tag für einen schönen Spaziergang.

    Das ist Idiotie.

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