Die Zeit

Sie ist ein seltsames Konstrukt. ­Immer da. Lässt sich nicht zurückdrehen. Nicht vorspulen. Und doch vergeht sie mal eher, mal langsamer. Im Matheunterricht: ewig. Beim Spielen: kaum ein Wimpernschlag. Ein Stein überdauert Jahrmillionen, das Schneeglöckchen welkt bereits.

Mit der Zeit wechselte die Forchbahn von Blau zu Rot, Gleise und Signalanlagen wurden alt. Der Sternekoch Nenad Mlinarevic investierte viel Zeit in seine Leidenschaft, um dahin zu gelangen, wo er heute ist. Zolliker und Zumiker beeilen sich, den ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. Diese brauchen die Unterstützung jetzt. Die Zeit läuft und läuft und läuft. Ehe wir’s uns versehen, ist unsere Zeit abgelaufen. Vielleicht hinterlassen wir Spuren – Dinge, die wir geschaffen haben, oder ein Erbe wie Heinrich Ernst im Fall des ­Altersheims am See. Das haben uns die Dinge, die wir schaffen, voraus. Wir können sie so bauen, hegen und pflegen, dass sie ein paar Jahre länger halten. Wie die Fahrräder an der Velobörse vom 2. April: Weshalb etwas Neues kaufen, wenn Gebrauchtes bestens funktioniert und dazu noch eine Geschichte hat?

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