Etwas tun, das Spass und Sinn macht

Alexander von Moers hat ­gefunden, wovon viele träumen. Eine Arbeit, die Spass macht, und eine Passion, die Sinn gibt. Der 44-Jährige liebt Bewegung und begeistert nicht nur Zolliker Kinder mit seinen polysportiven Kursen. Sein täglich Brot verdient er mit dem Kaufen und Verkaufen von Filmen und Serien.

Alexander von Moers handelt mit Filmlizenzen und vermittelt Kindern und Erwachsenen Freude an der Bewegung. (Bild: ab)

Sie leben seit zehn Jahren in der Schweiz, seit vier Jahren in Zollikon. Was hat Sie nach Zollikon verschlagen?

Meine Frau erhielt ein Jobangebot von einem Fernsehsender. So kamen wir in die Schweiz. Heute ist sie Programmverantwortliche für die Nationalen TV-Sender bei CH Media. Nach einer spannenden Zeit im nahen Seefeld kam 2014 unsere Tochter zur Welt und damit der Wunsch nach einem neuen Familiennest. Bei der Wohnungssuche hat uns Zollikon einfach gefallen, die Lebensqualität ist super, der Ort ist nah an der Stadt, die Natur liegt vor der Haustür, hier leben interessante Menschen, es ist multikulturell. Mittlerweile geht unsere Tochter ins Oescher zur Schule und ist dort sehr happy. Alles Dinge, die für Zollikon sprechen.

In München kauften und verkauften Sie Filme für die Beta Film GmbH, die aus der Kirch-Gruppe hervorgegangen ist. Jetzt sind Sie selbstständig. Ihre Firma Tiger & Turtle handelt unter anderem mit amerikanischen Lizenzen von TV-Movies und -Serien. Wie läuft ein solcher Kauf und Verkauf ab?

Ich spreche mit Produzenten und kaufe für meine Auftraggeber die Lizenzen für den Vertrieb von Filmen und Serien. Diese verkaufe ich dann an TV-Sender und an die Streaming-Dienste in ganz Europa. Teilweise sind das neue Produktionen, manchmal auch ältere. Ich arbeite aktuell vor allem im Mandat für verschiedene Filmvertriebe, bin aber auch daran, einen eigenen Filmkatalog zusammenzustellen. Durch meine langjährige Erfahrung habe ich ein gutes Gespür entwickelt, was welcher Sender oder welche Video-on-Demand-Plattform im Repertoire sucht. Aber auch Firmen, wie etwa die Schweizer Firma On, produzieren Content, den ich für sie dann international vertreibe. Ein weiteres Beispiel meiner aktuellen Mandate ist die Zürcher Frida Kahlo Ausstellung. Diese vermittle ich derzeit an Veranstalter auf der ganzen Welt. Vor zwei Jahren habe ich mich selbstständig gemacht und es ist gut angelaufen.

Ihr Herzblut hängt an der Kids Sports Academy. Diese haben Sie vor einem Jahr gegründet und vermitteln dort Kindern Spass an der Bewegung. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Bewegung spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle, und Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung. Ursprünglich habe ich in München Sportwissenschaften studiert, aber nie beruflich angewandt. Privat spielte ich recht gut Fussball, hier in Zollikon bin ich dann dem Tennissport verfallen. Als meine Tochter in das Alter kam, in dem Bewegung immer wichtiger wurde, startete ich mit ihr und ein paar Freunden der Krippe aus Spass mit Purzelbäumen, Fangen, Werfen, so einfache Sachen. Das zog immer mehr Kinder an und auf einmal verbrachte ich ehrenamtlich jeden Samstag mit zehn bis fünfzehn Kindern auf dem Sportplatz. Das hat viel meiner Freizeit mit der eigenen Familie absorbiert. Darum organisierte ich mich mit einem Freund, Gregor Klopcic, und wir zogen das Ganze professionell als Kids Sports Academy auf.

Was heisst professionell?

Jetzt bieten wir verschiedene Kurse zu fixen Terminen an. Samstags zum Beispiel stehen alle möglichen Sportarten auf dem Programm. Kinder zwischen vier und neun können ausprobieren, was sie wirklich interessiert. Der Schwerpunkt liegt auf Tennis, aber wir spielen auch Unihockey, Fussball und machen Fang- und Wurfübungen. Alle sollen sich ausprobieren können. Es ist ein polysportives Programm. Viele Kinder kommen regelmässig. Es gibt auch die Option, mit den Kids einfach vorbeizukommen und ein Ticket zu lösen für eine Lektion. Wir versuchen damit, den Eltern höchstmögliche Flexibilität zu bieten. Daneben offerieren wir in verschiedenen Kinderkrippen auch Selbstverteidigung sowie Spiel-und Bewegungskurse für die Kleinsten.

KSA heisst Kids Sports Academy, aber mittlerweile gibt es auch Kurse für Erwachsene. Der Name ist also nicht Programm?

Naja, irgendwann wollten die Eltern halt auch mitmachen, und so haben wir uns entschlossen, für sie Tenniskurse anzubieten. Das hat sich entwickelt und wächst ganz organisch. Wir versuchen das Angebot der Nachfrage anzupassen. Im Kern ist der Name schon noch Programm, denn der Schwerpunkt liegt weiter auf polysportivem Kindersport mit dem Fokus auf Tennis bei den älteren Kids. Beim benachbarten TC Riesbach übernehmen wir zum Beispiel ab Mai die komplette Junioren/Juniorinnen-Arbeit.

Das hört sich nach ziemlich intensiver Arbeit an. Sagten Sie nicht vorhin, Sie wollen mehr Zeit mit der Familie verbringen?

Das passt schon ganz gut. Ich sorge primär dafür, dass das Organisa­torische funktioniert. Wir haben mittlerweile mehrere angestellte Kursleiter und Pädagogen. Ich lasse es mir aber keinesfalls nehmen, an einigen Samstagen mit den Kids Sport zu treiben und richtig Gaudi zu haben. Es gibt mir wahnsinnig viel Energie, zu sehen, wie viel Spass die Kinder haben.

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