Ferienheim Sanaspans: Verkauf?

Das Ferienheim Sanaspans, im Besitz der Zolliker Gemeinde, soll an einen einheimischen Investor verkauft werden.

Am 15. Juni wird über den Verkauf des Ferienheims Sanaspans  abgestimmt. (Bild: Archiv)
Am 15. Juni wird über den Verkauf des Ferienheims Sanaspans abgestimmt. (Bild: Archiv)

Die Zukunft des Ferienheims Sanaspans, von dem sich die Gemeinde Zollikon seit längerem trennen möchte, war lange ungewiss. Ursprünglich war geplant, einen Verkauf mit Zonenanpassung als gemeinsames Entwicklungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vaz/Obervaz zu realisieren. Wegen der Covid-­Pandemie musste die Durchführung eines Investorenwettbewerb gestoppt werden, weil dieser wegen der ungewissen Lage zu wenig aussichtsreich war. Dies teilt die Gemeinde in einer Medienmitteilung mit. Inzwischen habe sich der Tourismus in der Lenzerheide gut ­erholt und die Entwicklung sei positiv. So habe der Gemeinderat Ende 2021 die Kaufofferte der Firma ­Domenig Immobilien AG, eines Bündner Investors, erhalten. Diese möchte ein Hotelprojekt auf eigenes Risiko entwickeln. Dazu soll die Zolliker Gemeinde eine verbind­liche Kaufoption einräumen. Der Gemeinderat habe die Offerte eingehend geprüft und von einer renommierten Immobilienfirma untermauern lassen.

Der Käuferin solle das Recht eingeräumt werden, auf eigenes Risiko in Vaz/Obervaz ein Hotelprojekt auf dem Areal Sanaspans zu entwickeln und eine Vorlage für die erforderliche Zonenplanänderung auszuarbeiten. Verlaufe die Planung erfolgreich, erfolgt der definitive Verkauf des Grundstücks von rund 14 000 Quadratmetern zum Quadratmeterpreis von 505 Franken. Die Käuferin soll nach rechtskräftiger Baubewilligung zusätzlich einen Reservationszins von einem Prozent auf dem Kaufpreis für maximal fünf Jahre entrichten. Zusätzlich übernimmt sie das Risiko einer über 20 Prozent liegenden Abgabe auf dem Mehrwert des umgezonten Landwirtschaftslands. Der bis spätestens Ende 2029 erwartete Verkaufserlös betrage 7,07 Millionen Franken. Nach Abzug von Gewinnsteuer, Mehrwertabschöpfung und anfallenden Kosten beträgt der Nettoerlös rund 5,2 Millionen Franken und der Buchgewinn rund 4,6 Millionen Franken.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit dem Abschluss der Kaufoption nach langer Zeit der Un­sicherheit ein «Befreiungsschlag» in der Sache Sanaspans möglich werde. Zollikon könne sich von einem nicht mehr benötigten, defizitären Ferienhausbetrieb trennen und dies ohne Wertverlust. Gleichzeitig ergebe sich die Chance, dass ein einheimischer Branchenkenner auf ­eigenes Risiko ein auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmtes Hotelprojekt plane. Anders als bisher ­angenommen muss Zollikon keine weiteren personellen und finanziellen Ressourcen in die Planung investieren. Auch die Vorleistungen werden vollumfänglich durch die spätere Käuferin getragen. Nach ­Beurteilung des Gemeinderats handle es sich um eine Win-Win-­Situation. Das Eingehen der Kauf­option bedarf noch der Zustimmung der Zolliker Gemeindeversammlung. Am 15. Juni wird über den Verkauf abgestimmt.

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