Digitaler, lokaler Datenhunger

Vor sieben Jahren hat die Verwaltung des R+F Netz, heute Zollikonline, beschlossen, das Netz bis ins Jahr 2022 schrittweise auf Glasfasern umzurüsten. Damit sollte der «Datenhunger» der Nutzer vollumfänglich gedeckt und das Netz auf den neusten technischen Stand gebracht werden.

Nach angeregter Versammlung wurde beim Apero weiter diskutiert,  denn nach zweijähriger physischen Pause der GV war das Bedürfnis der Genossenschafter gross. (Bild cef)
Nach angeregter Versammlung wurde beim Apero weiter diskutiert, denn nach zweijähriger physischen Pause der GV war das Bedürfnis der Genossenschafter gross. (Bild cef)

Mittlerweilen ist ­Zollikonline selbst zu einem Provider geworden, welcher eigene Internet-, TV- und Telefonie-Dienste anbietet. In den Strassen der Gemeinde sind bereits 90 Prozent der Glas­faserleitungen in Betrieb, bei den Hausanschlüssen 60 Prozent. Der ambitionierte Zeitplan wurde jedoch durch die Erosion der Margen, die bei allen Schweizer Dienstleistern und Providern einsetzte, auch in Zollikon gebremst. Als selbst­finanzierter Betreiber verzögert sich somit der Ausbau.

GV der Genossenschaft

Zollikonline ist genossenschaftlich organisiert und führte letzte Woche seine Generalversammlung durch. Als lokaler Provider mit eigenem Glasfasernetz in der Gemeinde waren die Teilnehmenden interessiert zu hören, wie der Stand des Ausbaus ist, und wie es mit der Wirtschaftlichkeit aussieht – auch zukünftig. Daniel Weber, Präsident der Genossenschaft für ein Radio- und Fernsehkabelnetz in Zollikon, beantwortete die Fragen kompetent. «Wir arbeiten unabhängig von ­nationalen Anbietern und haben die Priorisierung beim Ausbau unseres Netzes deshalb selbst in der Hand». Trotzdem will sich Zollikonline mit anderen Service Providern wie ­Sunrise UPC, Swisscom oder GGA Maur betreffend Kooperationsmöglichkeiten auf dem eigenen Glasfasernetz verständigen. Zusammen mit grossen Playern kann für Zollikon langfristig ein zukunftsorientiertes Angebot entstehen. Die vertraglichen Unterschiede zwischen den Anbietern tragen mit dazu bei, wie schnell die Fertigstellung erfolgen kann. So sind Modelle einer Einmalfinanzierung über eine Vertragsdauer bis zu monatlichen Beträgen pro aktiven Anschluss möglich. Intensive Verhandlungen laufen.

«Ist mit 5G ein Glasfaserkabel überhaupt noch angemessen?», fragte ein Genossenschafter. Die Antwort des Präsidenten: Wegen der technischen Hindernisse von 5G – des bedeutend schwächeren Empfangs durch die Gebäudemauern und Wände dieser neuesten Mobiltechnologie – habe ein Glasfaserkabel bis ins Wohnzimmer weiterhin ­seine Berechtigung, zudem erfolge die Antennenerschliessung ebenfalls übers Glasfasernetz.

Vorteile des Lokalen

Dank der modernen Infrastruktur des Glasfasernetzes können alle bereits angeschlossenen Haushalte von einem leistungsstarken Internetanschluss mit symmetrischen Up- und Downloadgeschwindigkeiten profitieren. Neben der herausragenden Qualität des Kabelnetzes schätzen Kunden und Kundinnen besonders die schnelle und persönliche Beratung im Kundencenter an der alten Landstrasse. Davon ist Daniel Weber überzeugt. Abschliessend beantwortete er die Frage zu den nächsten Festivitäten der Genossenschaft. Viele Genossenschafter trauern den rauschenden Festen der Vergangenheit nach. Diese müssen noch verschoben werden: «Mindestens für die nächste Zeit, bis die Verkabelung abgeschlossen ist.»

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