Vom Sächsilüüte, Feiern und Jungsein

Wenn sich Jungzünfter und Zünftertöchter treffen. Dazu gehört Claude Menzi. Sie schrieb einen kurzen Erlebnisbericht und hat fotografiert.

Ob Empire, Biedermeier oder mit Frack und Zylinder: Die Jungzünfter liessen es vor und nach dem Sechseläuten zünftig knallen. (Bild: zvg)

«Das Sächsilüüte am Montag begann bei uns schon am Mittwoch. Wir mussten auf das schönste Wochenende des Jahres wegen der Pandemie zwei Jahre lang warten. Endlich. Wir Zünftertöchter trafen uns mit den anderen Jungzünftern schon drei Abende vor der legendären Ballnacht. Erst am Samstag kamen alle Zünfter zusammen, von jung bis älter. Um 18 Uhr traf man sich beim Aperitif auf dem Weinplatz vor dem Hotel Storchen als Einstimmung für die Ballnacht, die bis zum Morgengrauen dauern sollte. Nach einigen Gläschen Weisswein, vielen, vielen Begrüssungsküssen und Trommelmusik löste sich die kostümierte Festgesellschaft auf. Alle machten sich auf den Weg zur eigenen Zunft. Wie viele Bälle es genau gab, kann ich nicht genau sagen. Die Nacht wäre aber auf jeden Fall zu kurz, um an allen zu tanzen.

Dieses Jahr habe ich mit meinen Freundinnen und Freunden nicht in einem Zunfthaus gegessen, sondern beim «Gwändliesse» im Restaurant zum Kropf. Zu den Klängen des Sechseläuten-Marsches liessen wir unsere Gläser klingen. Es war eine angeregte Stimmung, wir haben viel geschwatzt, gelacht und gut gegessen – und uns so für die lange Nacht gestärkt.

Sobald das Bankett vorbei war, machten wir uns auf, um in den Tanzsälen der Ballhäuser übers Parkett zu schweben und unsere Hüften zu schwingen. Zuerst besuchten wir den «Jungzoifterball». Die Stimmung war auch bei unseren jüngeren Geschwistern ausgelassen. Mit den Eltern wollten wir natürlich auch noch feiern. Also gingen wir weiter zur «Hunzverlochete» im Zunfthaus zum Rüden. Im «Ball mit Knall» im Storchen haben wir bis morgens um vier Uhr zu den Melodien alter Klassiker getanzt. Mein Fazit: Die Stimmung war zünftig!»

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