Zolliker Seebadi: Geschlossen trotz Sonnenschein

Die Badis sind seit Anfang Mai geöffnet, auch am vergangenen Wochenende. Nur die Zolliker Seebadi blieb geschlossen. Wer am vergangenen Wochenende in die Zolliker Seebadi wollte, stellte schnell fest, dass sie geschlossen war. Küsnachter Seebadi, Zürcher Seebad Tiefenbrunnen, Zumiker Juch oder Fohrbach – alle hatten durchgehend geöffnet, bloss die Zolliker Badi blieb trotz Sonnenschein am Nachmittag zu. Die Temperatur war zwar frisch, gerade
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1 Kommentar

  1. Ich war vor paar Tagen das erste Mal diese Saison in der Badi. Wie schon die letzten Jahre, hat der Sicherheitsbeauftragte auch dieses Saison seine Anstellung rechtfertigen dürfen und in der altehrenwürdigen, idyllischen Badi wieder neue Geländer und Gatter montieren lassen. Das all diese hässlichen, optisch lieblos Eingriffe nicht der Badi-Architektur angepasst wurden, sieht man auch an den 5 verschiedenen Blauanstrichen. Trotz bevorstehendem Jubiläumsfestivitäten haben es die Gemeinde- und Badverantwortlichen nicht geschafft einen einheitlichen Anstrich anzubringen. Zählt man noch die Sonnenschirme dazu, sind es 8 verschiedene Blautöne. Die Bademeister haben nun ein giftgrünes T-Shirt, was mehr oder weniger zum überdimensionalen Wibbit passt, aber weniger den Zolliker-Farben entspricht.
    Seit 6 Jahrzehnten ist die Badi im Sommer mein zweites Zuhause. In den letzten Jahren wurden verschiedene Eingriffe getätigt, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Die Fahnenstange bei gehobener Fahne war von weither ein traditionelles Zeichen, dass Badi geöffnet war. Die Neue, weshalb auch immer, ist nun einiges kürzer und von der Strasse kaum mehr ersichtlich. Ich kann ja verstehen, wenn man durch Eigenleistung die Ausgaben kürzen will. Wenigstens sollte vor einem Eingriff ein Fachmann um Rat beigezogen werden. Die ganze Steg-Holzkonstruktion wurde schäbig ausgeführt. Falsche Montage, falsches Holz. Enorme Zweitkosten für neue Holzverkleidung durch einen Fachmann. Dann der dilettantische Versuch in Eigenregie die Wiesen bei grosser Hitze zu düngen, der Rasen dann gänzlich verbrannte. Mit grossem Aufwand wurde vom Fachbetrieb Rollrasen verlegt. Beide Fehldispositionen mit Erneuerungen, dürften die Gemeinde und uns Steuerzahler mindestens einen mittleren 5-stelligen Betrag oder mehr gekostete haben. Es wurde eine eigene Gastrogruppe für den Kioskbetrieb eingesetzt mit vielfältigem Angebot, zu normalen Preisen. Bis zu 5 Personen waren im kleinen Kioskraum am arbeiten. Die Kosten liefen aus dem Ruder. Bei angepasstem Tagesangebot hätte der Personalaufwand um einiges reduziert werden können. Angesprochen, waren die Verantwortlichen extrem Beratungsresistenz. Nicht verwunderlich wurde der Gastrobereich von der Gemeinde an Aussenstehenden vergeben. Es gab weissgedeckte Tische, viele laute Parties mit Hang zu diversen Genussmitteln. Der Betreiber will nachvollziehbar wirtschaftlichen Erfolg, und zog viele eigene Klientel an. Nicht verwunderlich gab er sich kommunikativ mit seinen Gästen, aber kaum mit Einheimischen ab. Mit geringerem Personal-Aufwand als unter Gemeinderegie, ein hochwertiges Gastroangebot. Hauptsächlich begründet mit der pandemiebedingten Schliessung vom Trube, er das qualifizierte Personal in die Badi abzog, und die hohen Preise rechtfertigten konnte. Letzte Saison ein knapperes weniger hochstehenderes Angebot, die Preise blieben im oberen Segment. z.B. ein Hot-Dog 16 Franken. Die Preispolitik für Kinder und Jugendliche völlig überzogen, kaum einfache Snacks unter 10 Franken. Ein voluminöser Grill ziert die Terrasse, aber in Betrieb hab ich diesen noch nie gesehen. Schade. Diese Saison als neues Highlight eine Bar, um den Umsatz mit genussvollen Cocktails für 18 Franken zu fördern. Feuchtfröhliche Tage und Abende sind garantiert.
    Für mich einziger Badi-Lichtblick der letzten beiden Saisons die tolle, bevölkerungsfreundliche, engagierte Bademeister-Crew. Eine Chef-Bademeisterin die präsent und kompetent war. Sich nicht wie ihre Vorgänger die besucherschwachen Morgenschichten zuteilte, um die nachmittägliche strengere Sicherheits-Aufsicht der Crew zu überlassen. Nach 3 Jahrzehnten wäre es auch wieder mal an der Zeit, im WABA-Becken eine neue Kiesschicht zu verlegen.
    Am Sonntag steigt Teil 1 der Jubiläums-Festivitäten in der Badi. Wieso grad zu dieses Datum? Ist doch in Küsnacht/Forch 3 Tage die Tour de Suisse mit ihrem ganzen Festakt zu Gast.