Endlich richtig mitbestimmen

Traditionell findet alle zwei Jahre die Jungbürgerfeier statt. Knapp 50 junge Stimmbürger und Stimmbürgerinnen der Jahrgänge 2002 bis 2004 folgten der Einladung der Gemeinde und trafen sich am 19. August, am Vorabend der Chilbi, im Festzelt auf dem Buechholzplatz zum Meet & Greet.

Drei Jahrgänge fanden zum Feiern zusammen – drei Jahrgänge neuer Zolliker Stimmbürgerinnen und -bürger. Ideen für die Zukunft der Gemeinde hätten sie zur Genüge. (Bilder: ab)

Ab 18 Jahren hat man die Möglichkeit, mitzubestimmen und sich politisch zu engagieren. Nicht zuletzt, um die Jugendlichen dazu zu motivieren, lud die Gemeinde ein. Ab 19 Uhr trudelte das Jungstimmvolk im Festzelt ein. Küsschen hier, Handschlag dort. Man kennt sich seit Jahren, oft seit dem Kindergarten oder der Primarschule. Der Apéro war reichlich, gegen 20 Uhr rief Gemeindepräsident Sascha Ullmann zum Platzwechsel auf. Nun sassen die 17- bis 20-Jährigen an Tischen, um der launigen Rede ihres Gemeindepräsidenten zu lauschen. Er entertainte gewohnt und gekonnt, gratulierte zu neu gewonnenen Rechten, Pflichten und Privilegien, wie Steuern zahlen oder Wählen. Gemeinderäte Sandra Fischer, André Müller, Dorian Selz und Gemeindeschreiber Markus Gossweiler waren auch ­dabei, hielten aber «Sicherheitsabstand» zu den neuen Wählern und blieben eher unter sich.

Bingo-Quiz

Anschliessend gab es ein Bingo-Quiz. Fakten und Zahlen zu Zollikon waren gefragt. Die Teilnahme war rege. Mirjam Bernegger, Leiterin des Ortsmuseums und Organisatorin des Abends, kämpfte sich durch einen hohen Lärmpegel, um die richtigen Antworten zu ergattern. Interessante Fragen und Antworten kam ans Licht, zum Beispiel, dass der Zolliker Hans Maurer den Closomaten erfunden hatte, der in Japan reissenden Absatz findet. Bis zu 70 Prozent der Haushalte sind dort damit ausgestattet. Auch, wie hoch das Durchschnittsalter der Zolliker im Jahr 2021 war, wurde korrekt beantwortet – nämlich 45 Jahre. Die Stimmung war ausgelassen und nahm mit der Anzahl georderter Weine und Spirituosen zu. Mit 17 richtig beantworteten Fragen nahmen zwei Gewinner je einen Gutschein der Pizzeria ­Napule jubelnd entgegen. Dann gab es reichlich Kaltes und Warmes vom Buffet und der DJ sorgte bis 23 Uhr für den richtigen Sound.

Wir haben einigen Jungbürgern folgende Fragen gestellt: Was magst du an Zollikon? Und was würdest du als Gemeindepräsidentin oder -präsident in Zollikon ändern?

Der 20-jährige Jonathan Zürcher fühlt sich in Zollikon pudelwohl. Die Sportangebote seien top, die Badis sehr schön. Das einzige was ihm hier fehlt, ist ein frei zugängliches Beachvolleyballfeld.


Lily Zürcher würde als Gemeindepräsidentin mehr Events für Junge organisieren. Ihr Highlight ist immer die Chilbi, darauf freut sie sich schon lange vorher. Den Migros­platz findet sie als Begegnungsplatz super, denn da treffe man immer Leute – sei es auf dem Markt oder einfach beim Einkaufen.


Gratiseintritt für alle Zolliker Bürger würde der 17-jährige Raphael Spreyermann als Gemeindepräsident in der Zolliker Badi einführen. Ansonsten schätzt er die Natur um Zollikon und mag die familiäre Atmosphäre.


Martin Zahariev, John Boyens und Lucas Kunz (v.l.n.r) sind sich einig: Ein grösserer Coop sollte gebaut werden – der jetzige sei für Zollikon viel zu klein. Ausserdem hätte der Dorfplatz viel mehr Potential: Die Läden ringsherum seien alt­backen – und auch sonst sei es kein Ort, um sich aufzuhalten. Ein ­Döner-Laden wäre toll, oder eine Bar, ein Café, wo man sich auch mal treffen könnte, ohne gross essen zu müssen. Das Provisorium Oescher X würden sie durch ein richtiges Schulhaus ersetzen und eine neue Busverbindung von der Badi in Richtung Hirslanden einrichten. All das würden sie als Gemeindepräsidenten in Angriff nehmen.


Lynn Ullmann würde speziell für Jugendliche einen Treff organisieren. Super findet sie den Dorfplatz, denn der sei ein ganz cooler Treffpunkt – für alle.


Aurora Schneider, Giada De Luca und Tiffany Schneider (v.l.n.r.) würden als erste Amtshandlung die Seepromenade aufwerten. Dort sollte es ähnlich belebt sein wie auf der Zürcher Chinawiese – mit Glace­ständen und Kioskbetrieb. Ein Ort, wo man einfach chillt und im See baden geht. Ansonsten finden alle drei: «Zollikon ist mega schön.»

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