Vorurteile

Wir alle haben sie. Gegen Menschen, die anders sind. Gegen den Berner. Den Urner. Natürlich gegen die Deutschen und die Italiener und die Amerikaner. Auch gegen die Frau. Den Mann. Das Kind und den Jugendlichen. Wo die eigene Erfahrung nicht hinreicht, führt unsere Imagination den Pinsel weiter und zeichnet eine Vorstellungswelt, die der Realität zwar nah, ihr aber niemals gleich­zustellen ist. Vorurteile gehören dazu. Sie müssen nichts Schlechtes sein. Für Christian Jott Jenny sind sie humoristisches Werkzeug, mit dem er sein Publikum zum Lachen bringt. Die Turopolje-Schweine des Zolliker Walds führen vor, dass sie gar keine schmutzigen Tiere sind. Im Gegenteil. Das Geissblatt ist die echte Sauerei. Die Jungbürger Zollikons haben nicht nur Party im Kopf: Sie wissen, welche Projekte sie als Gemeindepräsident in Angriff nehmen würden. Schliesslich reflektiert und hinterfragt die 15-jährige ­Isabella Lindemann gesellschaftliche Konstrukte und unseren Umgang mit ­ihnen. Vorurteile und Klischees ­prägen seit jeher unsere Lebenswelt. Sie selbst sind nicht das Übel; dieses entsteht erst, wenn wir uns weigern, die selbstgepinselte Vorstellungswelt hin und wieder zu korrigieren oder wenigstens zu überdenken.

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