Zolliker Seeüberquerung

Die einen freute das kühle Nass, andere packte der Sportgeist. Nachdem die Pandemie in den letzten zwei Sommern den Anlass verunmöglicht hat, wollten es dieses Jahr 174 Schwimmbegeisterte wissen. Die Seeüberquerung, organisiert vom Schwimmklub Zollikon SKZ, ist und bleibt beliebt.

Während des Hitzesommers sorgte der Sprung in den See für Abkühlung. Bei der Seeüberquerung war das Wasser wärmer als die Luft. (Bild: cef)

Die Strecke vom ­Hafen Mönchhof (Kilchberg) zur Seebadi Zollikon ist von Auge zu sehen, doch die 1800 Meter sind nicht zu unterschätzen. Für die ­Sicherheit war gesorgt. Seeretter aus Zollikon, Kilchberg und Küsnacht überwachten die Strecke. Die Weidlinge des Limmat-Clubs Zürich, Kanufahrer von Züri Urban Kayak und private Böötler begleiteten die Schwimmerinnen und Schwimmer. Ein solcher Anlass ist nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern durchführbar, erklärt die Mitverantwortliche Simone Huber. Noch vor der Pandemie war nicht gewährleistet, dass der SKZ die Seeüberquerung weiterhin finanzieren kann. Zwei Sponsoren aus Zollikon, Tertianum, Raiffeisenbank und ­Migros Kulturprozent machten es möglich. Präsident Marcel Haber­ecker erlebte somit seine Premiere. Die Planung begann bereits anfangs Jahr – und es klappte tadellos.

Professionelle Zeitmessung

Die SeeQ, so die Kurzform der 51. Zolliker Seeüberquerung, fand am Samstag, 27. August, bei 16 Grad, leichtem Regen und einer Wassertemperatur von 22 Grad statt. Alle Teilnehmenden bekamen ­einen Chip ums Fussgelenk zur ­Messung der Zeit. Mit «Restube» (Schwimmboje) und heller Badekappe ausgerüstet, starteten die Damen um 8.45 Uhr, die Herren 10 Minuten später.

Zuerst trafen die Boote mit der trockenen Kleidung in der Zolliker Badi ein, eine Viertelstunde vor den ­ersten Wassersportlern. Selina ­Weber vom Schwimmclub Meilen schwamm mit einer Zeit von 30 Minuten und 11 Sekunden als erste ins Ziel. Lucas Keller, der erste männliche Teilnehmer, schaffte es in 22 Minuten und 56 Sekunden. Filippa Egsgaard, die elfjährige und jüngste Teilnehmerin vom Schwimmklub Zollikon, benötigte 34 Minuten und 54 Sekunden, ihr Bruder Villads 27 Minuten. Die beiden strahlten, stolz auf ihren Durchhaltewillen und die grossartige Leistung.

Die Zollikerbergler Felix Huber und Iris Heeg, seit vielen Jahren dabei, bemerkten, dass die Organisation professioneller war. «Das Gemüt­liche ist zwar verloren gegangen, der frühmorgendliche Kaffee und die fast nur privaten Böötli fehlten.» Aber sie sind sehr zufrieden und möchten den Anlass keineswegs missen. Seit dieser mit digitaler Messung durchgeführt wird, sind mehr semiprofessionelle Sportler dabei, die Wert auf die wettkampfmässige Zeitmessung legen. Auffallend jedenfalls waren die zahlreichen durchtrainierten Körper – Ergebnis von Ehrgeiz und Sportgeist.

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