Bühne frei!

Den samtenen, schweren Vorhang vor mir, Dunkelheit um mich herum. Dann wage ich den Schritt nach vorne – raus aus der Geborgenheit des Schattens, rein ins Rampenlicht. Fünfzig Augenpaare: auf mich gerichtet.

Was für mich der Inbegriff eines Albtraums ist, lässt andere aufblühen. Bald tanzen die Zumiker Ballettschülerinnen als Engel, Käfer und Schmetterlinge übers Parkett. Auch die Zolliker Theatergruppe spürt die Vorfreude, die sich, je näher die Premiere rückt, mit Nervosität vermischt und den ganzen Körper ergreift. Ob auch DJ Andrea Oliva diese Nervosität spürt? Sie scheint selbst die grössten Showmänner und -frauen zu begleiten. Freilich: Die Bühne ist nicht für alle. Die meisten bleiben lieber in den Zuschauerreihen. Oder sie statten mal wieder dem Ortsmuseum ­einen Besuch ab – schliesslich ist auch dieses so etwas wie eine Bühne – für die Vergangenheit. Auf der Bühne wird erzählt, gestaltet, ausgestellt, ins Bild gesetzt. Ähnlich wie in dieser Zeitung. Hier zieht es mich doch ab und zu ins Rampenlicht. Meine Sätze aber spinne ich hinter dem Vorhang.

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