Der Himmel auf Erden

Die Ballettschülerinnen von Lilian Bächtold werden zu Engeln, Käfern, Schmetterlingen und Cheerleadern an der Aufführung des Freizeitzentrums (FZZ).

Als Lilian Bächtold zum ersten Mal die Kostüme der Käfer aus der Tasche holt, gibt es kein Halten mehr. (Bild: bms)

Die kleinen Mädchen kommen nach und nach in den Spiegelsaal des Zumiker Treffs. Sie schlagen Räder, spielen Fangis, necken sich. Doch als sie die grosse Tasche sehen, steigt die Aufregung. In dieser liegen nämlich die Kostüme für die grosse Aufführung des Freizeitzentrums (FZZ) am 1. und 2. Oktober im Gemeindesaal Zumikon. Aus diesen 13 kleinen Tänzerinnen werden zum Beispiel Marien­käfer. Wie viele Aufführungen sie schon auf die Bühne gebracht hat, weiss Lilian Bächtold gar nicht. Es werden einige gewesen sein, ist sie doch schon seit mehr als 25 Jahren im Freizeitzentrum tätig. Ein einziges Mal hat sie mit «Cinderella» ein klassisches Märchen gezeigt, alle anderen Geschichten waren frei erfunden. Auch für dieses Jahr hat sie sich mit viel Fantasie eine zauberhafte und spannende Story ausgedacht. Gezeigt wird nichts Geringeres als «Der Himmel auf Erden».

Ein Diamant muss her

Die Erzählung beginnt im Himmel. Die Engel polieren die Sterne, damit diese auch funkeln, putzen die Wolken und stauben im Ballsaal der Himmelskönigin ab. «Doch wie immer gibt es auch Engel, die mal Quatsch machen», erzählt die Erfinderin. Ein frecher Engel bindet sich die Lappen unter die Füsse und schlittert durch den Saal. Leider bricht dabei der Zauberstab der Königin entzwei. Sofort macht sich die dunkle Macht breit, die sich schon lange den Himmel aneignen wollte. Helfen kann jetzt nur ein Diamant, der auf der Erde liegt. Er alleine kann den Zauberstab wieder richten. Zwei Engel landen auf der Erde, und zwar in den modernen USA. Da wird es natürlich bunt und poppig. Zum Glück findet das Duo Glückskäfer, die es zu Waldfeen und Schmetterlingen führen. Ein Orakel schliesslich verrät den Engeln, dass der Diamant auf ­einem Berg in der Schweiz zu finden ist. «Bei einem echten Walzer wird dieser dann gefunden», verrät Lilian Bächtold. Doch plötzlich zieht Nebel auf, schliesslich sind die Wolken nicht geputzt worden. Es wird nochmals spannend, ehe ein Regenbogen entsteht. Auf diesem können die Engel wieder in den Himmel reisen. Es kommt natürlich zu einem Happy End.

Das erhofft sich die Lehrerin auch für die beiden Aufführungen des FZZ. Musikalisch bieten sie ein breites Spektrum. Es geht über Schubert, Mozart, Grieg, Saint-Saëns «Karneval der Tiere» und Gounods «Ave Maria» bis zu Billie Eilish. «Bei einigen Choreografien haben die älteren Tänzerinnen ­mitgearbeitet», berichtet Lilian Bächtold. «Während der Pandemie haben wir Neues ausprobiert, haben auch freier getanzt.» Die Tänzerinnen, als Käfer, Cheerleader und Schmetterlinge zu sehen, sind zwischen fünf und 18 Jahre alt. ­Natürlich hoffen alle auf zwei gut besuchte Vorstellungen. «Die Ausgaben für eine solche Show sind gross.», erklärt Lilian Bächtold. Viele Kostüme näht sie ­selber, einige müssen gekauft werden – und sie will nicht «ganz billige aussuchen, die jucken und piksen». Insgesamt 160 Kostüme liegen hinter der ­Bühne. Muss das Umziehen ganz schnell gehen, hilft eine Freundin. «So aufgeregt nun alle sind, so happy werden sie am Ende der Vorstellung sein.» Das weiss die Lehrerin aus Erfahrung.


Samstag, 1. Oktober, 17 Uhr, Sonntag,
2. Oktober, 15 Uhr. Die Tageskasse öffnet eine Stunde vor Beginn. Karten: 10 Franken (Kinder), 20 Franken (Erwachsene).

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