Wahnsinn des Lebens

Wie alles begann, darüber sind wir uneins. Erschaffen durch eine höhere Macht? Oder nur das Produkt des Zufalls? Von «Adamssöhnen» und «Evastöchtern» spricht der Löwe in C. S. Lewis’ «Die Chroniken von Narnia». Von Affen stammen wir ab, lernen wir in der Schule. Zu lange über Ursprung und Sinn nachzudenken, kann wahnsinnig machen. Leichter scheint es, im Hier und Jetzt zu weilen. Doch plötzlich springt er einen an, der Wahnsinn, im Trott des Alltags: manchmal wortwörtlich als Stimmen im Kopf wie bei Büchners ­Jakob Lenz. Carina Bobzin und ihre Tochter gingen einen langen Leidensweg, ehe sie erfuhren, woran das Mädchen litt: eine kranke Leber. Der menschliche Körper, für die einen schlichtweg ein Wunder, für die anderen eine genau getaktete biologische Maschine, versagt. Schliesslich verlassen uns Menschen von einem Tag auf den anderen. Sei es Krankheit, Unfall oder hohes Alter. Was kommt danach? Fragen, die schwer auf dem Magen liegen. Im Gedenken an die Verstorbenen flackern am Ewigkeitssonntag Kerzen in der reformierten Kirche Zollikon. Auch sie geben keine Antwort, aber vielleicht etwas Trost.

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