Nanas für den Frauenverein

Persönlich und aufschlussreich führte Kerstin Bitar, wissenschaftliche Leiterin im Kunsthaus Zürich, den Frauenverein Zollikon durch die Retrospektive der rund 100 Werke von Niki de Saint Phalle.

Der Einblick in ihr aussergewöhnliches Schaffen beeindruckte: die frühen Assemblagen, Ak­tionskunst und Grafik, die bekannten Nanas, von denen «L’ange protecteur» im HB Zürich über den Reisenden schwebt. Die Geschichte rund um den Tarotgarten in der Toskana und grosse späte Plastiken. Filmische Reportagen und Fotografien beleuchten ihr kompliziertes Leben mit Familie sowie die Aktionen ihrer ersten Arbeiten, etwa die legendären «Schiessbilder». Mit einem Gewehr schoss die Künstlerin auf Tüten, Beutel, Dosen, mit ­Farbe gefüllt, auf ein Brett genagelt und einfarbig überstrichen, und liess die Farben über die Leinwand fliessen. Die Werke von Niki de Saint Phalle (1930–2002), eine der wichtigen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, sind noch bis zum 8.1.2023 im Kunsthaus Zürich zu sehen.

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