Tiktok-Beitrag war ein Fake

Die Sekundarschule erschien ungewollt auf einem Videoportal. Strafrechtliche Ermittlungen folgen.

Was so harmlos und amüsant anmutet, kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Für alle Beteiligten. (Bild: cef)

Auf den ersten Blick sah es modern aus: Die Sekundarschule Buechholz präsentierte sich gegen Ende der Weihnachtsferien bis vergangenen Montag auf Tiktok. Auf dem Videoportal, das bei Jugendlichen aktuell sehr beliebt ist, stellte sich die Schule innovativ vor. Man arbeite gezielt gegen Mobbing und Gewalt, hiess es da. Einzelne Lehrer und Mitarbeitende wurden porträtiert, als sehr engagiert, sportlich oder auch stylisch. Garniert war die Seite mit dem Logo der Gemeinde. Auf den zweiten Blick wunderte sich der Betrachter. In den Kommentaren wurde es oftmals sehr persönlich, manchmal verleumderisch. Der Grund: Der Tiktok-­Kanal wirkte zwar professionell, war aber ein Fake und alles andere als ein offizieller Beitrag der Schule.

Rechtliche Schritte eingeleitet

«Wir haben den Kanal sperren lassen. Einige Mitarbeitende haben Strafanzeige erstattet», erklärt Urs Rechsteiner, Leiter Bildung der Schule. Zur Aufklärung arbeite man nun eng mit der Kantonspolizei und auch mit Tiktok zusammen. Parallel wurden mittlerweile die Eltern der Zolliker und Zumiker Schülerinnen und Schüler informiert: «Die unautorisierte Verwendung von ­Fotos, die mündlichen Kommentare in den Beiträgen wie die Wortwahl bei einzelnen schriftlich von Usern verfassten Kommentaren verstossen gegen verschiedene Gesetzesartikel des Bundesgesetzes über den Datenschutz.» Urs Rechsteiner wundert sich über diese Aktion von ­vermutlich eigenen Schülern oder Schülerinnen, da es noch in der ­vergangenen Feel-okay-Woche im Herbst 2022 auch um Themen wie Fake News, soziale Medien oder auch um das Recht am eigenen Bild ging. Es möge vielleicht sein, dass der Account als Witz gemeint gewesen sei. «Aber das ist alles andere als lustig und kann für die Urheber strafrechtliche Folgen haben.»

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