Auf zum gemeinsamen Tanz!

Mit einer beschwingten ­Hochzeitsfeier begann die gemeinsame Zukunft der ­reformierten Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon.

Hanni Rüegg begrüsste die Pfarrpersonen Simon Gebs, Anne-Carolin Hopmann, Diana Päpcke und Adelheid Jewanski auf der Bühne. (Bilder: Mathias Brechbühl)

Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Aber man kann eine Hochzeit an zwei Orten feiern. So wie vergangenen Sonntag. Da begingen die reformierten Kirchen aus Zollikon und Zumikon mit rund 300 Gästen ihren Zusammenschluss zunächst mit einem Gottesdienst im Zollikerberg, der von allen Pfarrpersonen gemeinsam gestaltet wurde. Anschliessend ging es in den Gemeindesaal nach Zumikon zum geselligen Teil, der von Hanni Rüegg, der ersten Präsidentin beider Gemeinden, souverän moderiert wurde.

Malte Müller, letzter Kirchgemeindepräsident aus Zumikon, verglich die Fusion mit einem gemeinsamen Tanz. Mit der Kirchgemeinde Fünf Plus, zu der auch noch Erlenbach, Küsnacht und Herrliberg zählten, habe man seinerzeit eine Art rhythmische Sportgymnastik begonnen. Doch Zumikon und Zollikon hätten schnell gemerkt, dass sie besonders gut harmonisieren – und nach ­einem zögerlichen ersten Tanz festgestellt, dass man sich nicht auf die Füsse trete. «Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie mit leicht schwitzigen Händen über die noch fast leere Tanzfläche laufen?» Gemeinsam nahmen die Gemeinden Schwung auf. «Alle hier haben den Mut bewiesen, sich auf einen Tanz einzulassen.»

Souveräner Umgang mit ­Widerstand

Zuvor hatte Frieder Furler, der den Fusionsprozess eng begleitet hat, an den Kick-Off vor drei Jahren ­erinnert. Er beglückwünschte beide Gemeinden für die optimistische und speditive Arbeit. Glückwünsche brachte auch Katharina Kull-Benz vom Zürcher Kirchenrat mit. «Zusammenarbeit ist für unsere beiden Gemeinden wahrlich kein Fremdwort», unterstrich die Zollikerin. So sei die katholische Kirche der Nachbargemeinden schon seit 1932 vereint. Seit 2010 gibt es eine gemeinsame Sekundarschule, auch Betreibungsamt und neu der Zivilschutz arbeiten Schulter an Schulter. «Die Chancen stehen also gut, dass wir nun auf dem richtigen Weg sind.» Sie hob besonders den souveränen Umgang mit Widerstand hervor. «Das ist alles andere als selbstverständlich» weiss sie aus ihrer Arbeit im Kirchenrat.

Vom Gemeinderat Zollikon überbrachte Sylvie Sieger Grussworte. Sie wünschte der neuen reformierten Grossgemeinde eine Prise Kindergarten. Dort schaue niemand auf die Herkunft. Auch eine Prise Primarschule eigne sich. «In dieser Zeit kann man voneinander lernen.» Ebenso nützlich sei eine Prise Sekundarschule: «Dort kann man sich emanzipieren und streiten lernen.» Wichtig sei immer, das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Marc Bohnenblust, Zumiker Gemeinderat, freute sich, dass mit der Fusion die Kirche im wahrsten Sinne im Dorf bleibe. Dabei wehrte er sich eigentlich gegen den Begriff der Fusion. Dabei ginge es oft um die Effizienz. Er wählte auch den Titel der Hochzeitsfeier. «In einer Ehe ist es wichtig, die Verantwortung und Verpflichtung lustvoll zu übernehmen.» Er zeigte sich zuversichtlich, dass beide Gemeinden sich gegenseitig stärken und ergänzen.

Blühende Zukunft

Janine Haerle von der Bezirkskirchenpflege Meilen hatte nicht nur Grussworte dabei, sondern auch ein Präsent. Sie überreichte Hanni Rüegg einen Blumentopf mit zwei Pflanzen, verbunden mit der Hoffnung, dass die neue Kirchgemeinde ebenso aufblühen werde.

Zu einer Hochzeitsfeier gehört natürlich Musik. Während nach dem Gottesdienst die Harmonie Zumikon aufspielte, sang während des Apéros der Männergesangverein beschwingt und gelassen gegen den Lärmpegel an.

Am frühen Nachmittag ging die fröhliche Hochzeitsfeier zu Ende. Auf dem gemeinsamen Weg liegen noch ein paar kleinere Steine wie die kostspieligen Rekurse, die Zumikon in diese Vereinigung mitbringt. Aber die spielten bei dem feierlichen Anlass keine Rolle.

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