Festgottesdienst für zwei

Die Kirche füllte sich in kurzer Zeit. Kirchenangehörige und Gäste vermischten sich. Die reformierten Kirchen von ­Zollikon und Zumikon haben den gemeinsamen Weg initiiert und sind nun vereint.

Unter anderem trug der Chor Singlust unter der Leitung von Thomas Schuler zum guten Gelingen bei. (Bild: Mathias Brechbühl)

Über drei Jahre dauerte der Prozess der «Vermählung» beider Kirch­gemeinden. Am vergangenen Sonntag wurde gefeiert. In der reformierten Kirche Zollikerberg kam eine harmonisch neugierige Stimmung auf. Jasmin Vollmer an der Orgel und Thierry Kuster am Saxophon eröffneten mit jazzigen Klängen den Gottesdienst. Überhaupt trug die Musik zum guten Gelingen bei. Der Chor Singlust, von Thomas Schuler geleitet und am Klavier begleitet, unterstützt von Geige und Cello, beseelten die Kirche.

Geeintes Pfarrerteam

Das Pfarrerteam mit Simon Gebs, Anne-Carolin Hopmann, Adelheid Jewanski und Diana Päpcke ergänzte sich und führte durch den stimmigen Morgen. Pfarrerin Diana Päpcke bemerkte, wie hart für den Zusammenschluss gearbeitet, auch gelacht, sich neugierig beäugt, sich ausgetauscht, zugehört, klargestellt, gefordert, gewünscht und gedacht worden sei. Im Grundsatz mit Glaube, Hoffnung und Liebe – was nicht kitschig klingen soll, sondern dem Fundament der evangelischen Kirche entspreche. «Zwei zusammen haben es besser als einer allein», das stand bei allen Aussagen im Vordergrund.

Das Grössere im Blick behalten

«Wissen Sie», fragte Simon Gebs, «wie viele Hits zum Thema Fusion und Scheitern die Suchmaschine aufführt? 1 470 000.» In seiner Predigt brachte er es auf den Punkt: Fusionen garantierten nicht von vornherein, dass eine Verbindung funktioniert. Als negatives Beispiel erwähnte er die missglückte Fusion zwischen Mercedes und Chrysler. Beide waren Verlierer und nach neun Jahren wieder getrennt unterwegs. Simon Gebs stand jedoch von Anfang an hinter dem kirchlichen Zusammenschluss. Stolz schaue er auf den dreijährigen Prozess zurück, «auch wenn wir noch nicht zusammengewachsen sind». «Ehrlich gesagt, finde ich es persönlich manchmal leichter, allein unterwegs zu sein», ergänzte er mit ­einem Schmunzeln. Für ihn sei klar, dass die Kirche kein Club ist und einen klaren Auftrag im Dienste Gottes hat. «In die Zukunft blickend sollten wir uns nicht in Kleinigkeiten verkeilen, sondern das Grössere immer im Blick behalten. Glaube und Hoffnung – wir haben was zu tun.» Mit diesen Worten schloss er seine Predigt.

Mit einer Sprechmotette gelang es einer Gruppe aus Kirchenpflege und Pfarrteam, die feierliche Verbindung mit Schlagworten zu verinnerlichen. Zum Schluss sang die grosse Gemeinschaft den dreistimmigen Kanon «Dona nobis pacem».

Vor der Kirche leitete die Harmonie Zumikon musikalisch über zum Transfer nach Zumikon.

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