Zumikon

Die eigenen Grenzen achten

Ein Klassiker: die Position des herabschauenden Hundes. (Bild: bms)

Beim Senioren-Yoga darf auch der «herabschauende Hund» nicht fehlen.

Eigentlich sollte es nur ein temporäres Angebot sein: In den Ferien bot die reformierte Kirche Zumikon Yoga für Senioren statt Gymnastik an. Die Frauen (und zwei Männer) waren begeistert und wünschten sich eine Fortsetzung. Dem wird nun nachgekommen – auch wenn die beiden Männer nicht mehr mit von der Partie sind. Einmal im Monat kommen regelmässig mehr als zehn Frauen zusammen, um mit Achtsamkeit die Muskeln zu beanspruchen und die eigenen Grenzen zu spüren. Die diplomierte Yoga-­Lehrerin Angela Faude hat eigens Übungen zusammengestellt, die im Stehen oder Sitzen absolviert werden können. «Ich habe auch in meinen anderen Kursen Teilnehmende, die Probleme haben, vom Stand ins Liegen oder umgekehrt zu kommen», erläutert sie.

Im Mittelpunkt der Yoga-Stunde, die bald vielleicht sogar zweimal im Monat angeboten werden soll, steht die fliessende Bewegung, koordiniert mit dem Atem. Die 84-jährige Ruth ist heute zum zweiten Mal da und ganz konzentriert bei der Sache. Nach der ersten Stunde hat sie den Zettel mit genauen Anleitungen mit nach Hause genommen und fleissig geübt. «Aber zusammen mit anderen macht es natürlich mehr Spass», betont sie. Mit ruhiger Stimme leitet Angela Faude die Gruppe an und unterstreicht immer wieder, dass die eigenen Grenzen das Mass aller Dinge seien. Sportlicher Ehrgeiz ist nicht gefragt. Wie bei einer Meditation folgt alles dem Atem. «Das Einatmen ist die Freude am Leben, das Ausatmen das Loslassen», erklärt sie.

Auch die 70-jährige Elisabeth ist mit Freude dabei. «Ich wollte schon immer mal ins Yoga und eigentlich einen Kurs im Zollikerberg machen. Als ich dann vom Zumiker Angebot hörte, war ich natürlich hellauf begeistert.» Die Zumikerin kann gar nicht genug bekommen und lässt sich nach der Stunde von der Kursleiterin den Bewegungsablauf zum «herabschauenden Hund» erklären – eine sehr beliebte Yoga-Figur, die den Rücken stärkt. Neben ihr sitzt Sonja, die mit geschlossenen Augen konzentriert den Anweisungen folgt. Sie habe zwar vom Schwiegersohn ein Hörbuch mit Yoga-­Anleitungen bekommen, doch habe sie ja nie gewusst, ob sie die Übungen auch richtig mache. «Ausserdem kam ich mir alleine einfach komisch vor», lacht sie.

45 Minuten lang dehnen die Seniorinnen die Arme und Beine, lassen den Rücken lang werden, bringen Bewegung in die Gelenke. Dann kommt der gesellige Teil, der vielleicht genauso wichtig ist. Es wird geplauscht und gelacht, schliesslich kennt man sich – vom Gmüetlizmittag, Seniorenwandern, von Erzähl- oder Spielenachmittagen. (bms)

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