Zollikon Zumikon

Ein vertrauensvoller Sprung ins Leere

Die Tochter möchte Tänzerin werden: Karina Berger und Shenay. 
(Bilder: SRF/Mirco Lederlechner)

«Missen-Mami» Karina Berger wollte morgen Abend bei der SRF-Tanzshow «Darf ich bitten?» mit einem Paso doble und einem Discotanz punkten.

Die ehemalige Miss Schweiz, Missen-Mami und Zollikerin Karina Berger qualifizierte sich unter anderem mit einem Tanz gemeinsam mit Tochter Shenay für das Halbfinale der SRF-Tanzshow «Darf ich bitten?», das morgen Abend live hätte im Fernsehen übertragen werden sollen. Nachdem der Bundesrat den nationalen Notstand erklärt hat, reagierte auch das SRF: Die Halbfinal- und die ­Finalsendung werden vorerst nicht produziert. Die Zukunft des Formats ist noch ungewiss. Ob die beiden Sendungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und wie die Staffel zu einem Abschluss kommen könnte, sei momentan in Abklärung. 

Wir hatten Karina Berger im Vorfeld der nun ausgesetzten Sendung getroffen und mit ihr über ihre tänzerische Ader, ihren Ehrgeiz und das Vertrauen gesprochen, das es braucht, um blind zu tanzen. 

Frau Berger, bei der ersten Show, in der Sie zwei Tänze zu absol­vieren hatten, war sichtbar, dass Sie sehr sportlich sind. Womit halten Sie sich fit?

Ich gehe drei Mal in der Woche ins «Gym» zu einem Personal Coach. Doch für die Tanz-Show habe ich zusätzliche Trainings bei meinem Tanzcoach Marc Aeschlimann ­genommen. Und zwar viele. Wir haben schon am Sonntag nach der ersten Qualifikationsshow wieder trainiert. Im Moment trainiere 
ich vier bis fünf Stunden am Tag. Für das Tanzen sind ganz andere Fähigkeiten gefragt, als ich ansonsten übe.

So gingen Sie aber ganz lässig – ­gemeinsam mit Ihrer Tochter – in den Spagat.

Das habe ich zu Hause immer wieder geübt bis ich wirklich genug gedehnt hatte. 

Haben Sie ganz klassisch als Mädchen oder Jugendliche einen Tanzkurs belegt?

Gar nicht. Ich habe nie getanzt. Nur auf der Tanzfläche in Clubs. Das war jetzt wirklich Neuland für mich. Dabei bedeutet mir Musik sehr viel. Sie kann so viele Emotionen vermitteln, bereichert das ­Leben und ist Balsam für meine Seele.

Ihre Tochter Shenay dagegen will sogar Tänzerin werden.

Das stimmt. Sie tanzt vier Mal total sechs Stunden in der Woche Ballett und Contemporary, also zeitgenössischen Tanz. Ihr Berufswunsch ist zurzeit wirklich Tänzerin, wobei sie für die Fernseh-Show natürlich ganz etwas anderes einüben musste. Das ist eigentlich nicht ihr Stil.

Mit Hüftschwung und kurzem Rock wirkt sie mit ihren zwölf Jahren schon sexy. Stört Sie das als Mutter?

Generell sind Tanz-Tenues kurz. Ich fand sie nicht sexy, sondern eher funky und groovy. Als ich sie fragte, ob sie gerne mitmachen würde, hat sie erst gezögert. Sie wollte ganz genau wissen, worum es sich handelt und wieviele Leute da im Publikum sitzen würden. Als ich entgegenhielt, dass bei ihren Ballett-Vorführungen ja auch viele Menschen zusähen, antwortete sie nur, dass das ja alles nur Eltern seien, die eh nur auf das eigene Kind schauen würden.

Bei Ihrem ersten Auftritt tanzten Sie – gemeinsam mit Ihrem Coach – sogar die ersten Sequenzen mit verbundenen Augen. Wieviel Vertrauen braucht das?

Immens viel. Und auch viel Balance­gefühl. «Blind» hört man die Musik ganz anders, der Körper bekommt einen anderen Ausdruck. Als ich mich selber auf dem Bildschirm sah, war ich mir selber ganz fremd. Am schwierigsten war der Sprung zur Hebefigur. Man springt einfach ins Leere. Das fühlt sich extrem an.

Was hätten die Zuschauer im Halbfinale von Ihnen sehen sollen? 

Ich trainierte einerseits einen Paso doble und wollte auch einen Disco-Tanz im 80er-Jahre-Stil zeigen.

Wie wichtig wäre es Ihnen gewesen, die Show auch zu gewinnen?

Ich bin ein ehrgeiziger Typ. Wenn ich bei einem Wettbewerb mitmache, möchte ich eigentlich auch gewinnen. Das heisst, dass ich hundert Prozent gebe. Aber ich merke auch jetzt schon, dass mein Körper an seine Grenzen stösst.

Sie wohnen seit vielen Jahren in Zollikon. Was gefällt Ihnen an der Gemeinde?

Ganz viel. Der See ist nah, die City ist nah. Wir haben viel Natur, viel Sonne und einen günstigen Steuerfuss. Aber ich mag vor allem die Menschen. So hatte meine Tochter ganz tolle Lehrer an der Schule.

In Ihrem Wikipedia-Eintrag steht, dass Sie eigentlich Karin heissen. Wie kam es zu Karina?

Das war eigentlich ein Zufall. Bei der Miss-Wahl, bei der ich seinerzeit antrat, gab es zwei Karins. Da wir damals immer nur mit Vornamen angesprochen wurden, sollte eine von uns ihren Namen ändern. Da meine spanische Grossmutter mich sowieso immer schon Karina gerufen hatte, war das für mich naheliegend. Weil ich den Contest damals gewann, blieb es bei Karina.

Interview: Birgit Müller-Schlieper

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